Zum Inhalt springen
Asbesta Schadstoffsanierung
Menü öffnen

Ratgeber Asbest

Spritzasbest erkennen und sicher sanieren lassen

Spritzasbest gibt schon bei Luftzug oder Erschütterung massenhaft Fasern ab. Warum diese schwach gebundene Asbestform die höchste Risikostufe darstellt, woran Sie sie erkennen und was Sie bei Verdacht sofort tun sollten.

Von Abdul-Rahman Omeirat (Sachkundiger nach TRGS 519, Anlage 3) 13 min Lesezeit
Zwei Sanierungsfachkräfte in weißen Vollschutzanzügen mit Atemschutzmasken entfernen Spritzasbest von einem Stahlträger im abgeschotteten Arbeitsbereich

Kaum eine Bausubstanz birgt ein so unterschätztes Risiko wie Spritzasbest. Zwischen den 1960er-Jahren und 1979 wurde er millionenfach als Brand- und Schallschutz auf Stahlträger, Decken und Wände gespritzt – in Hochhäusern, Tiefgaragen, Industriehallen und Schulen. Weil die Fasern dabei nur locker gebunden sind, gilt Spritzasbest heute als die gefährlichste aller Asbestformen. Schon ein Luftzug oder eine Erschütterung kann unsichtbare Fasern in die Atemluft tragen, ohne dass jemand es bemerkt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Spritzasbest erkennen, die Dringlichkeit richtig einschätzen, welche Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen und was bei der fachgerechten Sanierung nach TRGS 519 tatsächlich passiert.

Was ist Spritzasbest?

Spritzasbest ist ein schwach gebundenes Asbestprodukt: Asbestfasern wurden mit einem Bindemittel vermischt und mit hohem Druck auf Bauteile aufgespritzt. Es entstand eine weiche, poröse, oft mehrere Zentimeter dicke Schicht, die Stahlkonstruktionen vor Feuer schützen und den Schall dämpfen sollte. Der Asbestanteil dieser Spritzmassen war außergewöhnlich hoch – nicht selten lag er deutlich über der Hälfte des Materials. Verwendet wurden meist die besonders gefährlichen Amphibolasbeste wie Krokydolith (Blauasbest), die mit feinsten, nadelförmigen Fasern besonders tief in die Lunge vordringen.

Der entscheidende Unterschied zu festen Asbestprodukten wie Faserzementplatten liegt im Begriff schwach gebunden. Bei fest gebundenem Asbest sind die Fasern in einer harten Zementmatrix eingeschlossen und werden nur bei mechanischer Bearbeitung frei. Bei Spritzasbest dagegen halten sie nur lose in einer bröseligen Masse. Genau das macht ihn so tückisch: Er gibt Fasern bereits ohne äußeren Eingriff ab, allein durch Alterung, Erschütterung der Konstruktion oder normale Luftbewegung im Raum.

Neben dem reinen Spritzasbest zählen auch andere schwach gebundene Anwendungen wie Leichtbauplatten, asbesthaltige Pappen, Dichtschnüre oder Brandschutzklappen zu dieser Risikogruppe. Was sie verbindet, ist die geringe Bindekraft und damit die hohe Faserfreisetzung. Spritzasbest ist dabei der gefährlichste Vertreter, weil er oft großflächig und an stark frequentierten Stellen verbaut wurde – etwa an tragenden Stahlträgern, die über Jahrzehnte hinweg Vibrationen und Temperaturwechseln ausgesetzt sind.

Aufgespritzte, faserige Brandschutzschicht auf einem Stahlträger als Beispiel für schwach gebundenen Spritzasbest

Warum Spritzasbest so gefährlich ist

Asbestfasern sind so fein, dass sie tief in die Lunge eindringen und dort dauerhaft verbleiben können. Sie sind krebserregend und gelten als Ursache schwerer Lungen- und Rippenfellerkrankungen, darunter Asbestose, Lungenkrebs und das bösartige Mesotheliom, die oft erst Jahrzehnte nach dem Einatmen auftreten. Eine ungefährliche Dosis gibt es nicht. Beim Spritzasbest kommt das Problem der hohen Faserfreisetzung hinzu: Weil die Schicht weich und offen ist, lösen sich Fasern bei jeder Luftbewegung, Vibration oder Berührung.

Im Raum mit geschädigtem Spritzasbest können Faserkonzentrationen von über 100.000 Fasern pro Kubikmeter Luft erreicht werden. Damit zählt Spritzasbest zur höchsten Risikostufe unter allen Asbestanwendungen. Schon das bloße Betreten eines belasteten Bereichs oder das Bewegen von Gegenständen darunter kann eine erhebliche Belastung verursachen – ohne dass man etwas sieht, riecht oder spürt. Genau diese Unsichtbarkeit ist das eigentliche Risiko: Wer nicht weiß, dass er Spritzasbest vor sich hat, schützt sich auch nicht.

Besonders kritisch wird es, wenn die Schicht altert oder beschädigt ist. Wasserschäden, durchhängende abgehängte Decken, abplatzende Bereiche oder mechanische Einwirkungen durch Wartung und Umbau lassen die Faserfreisetzung sprunghaft ansteigen. Auch der Luftstrom von Klima- und Lüftungsanlagen kann freigesetzte Fasern über große Strecken im Gebäude verteilen. Aus diesem Grund wird Spritzasbest grundsätzlich als akute Gefahrenquelle behandelt und nicht als bloßer Altlastenbestand, den man auf später verschieben darf.

Wo Spritzasbest verbaut wurde

Spritzasbest wurde vor allem dort eingesetzt, wo großflächiger Brand- oder Schallschutz gefragt war. Betroffen sind in erster Linie Gebäude und Bauteile aus den Baujahren 1960 bis 1979. Typische Fundorte sind:

  • Stahlträger und Stahlstützen als Brandschutzummantelung in Hochhäusern und Geschäftsgebäuden
  • Deckenuntersichten und Tiefgaragendecken zur Brand- und Schallisolierung
  • Industrie- und Lagerhallen mit offener Stahlkonstruktion
  • Schulen, Turnhallen, Schwimmbäder und andere öffentliche Gebäude
  • Technikräume, Heizzentralen und Aufzugsschächte

Da Spritzasbest oft hinter abgehängten Decken, Verkleidungen oder Dämmschichten verborgen liegt, bleibt er häufig jahrzehntelang unentdeckt – bis Umbau-, Wartungs- oder Rückbauarbeiten ihn freilegen. Gerade bei Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben in älteren Gebäuden ist daher besondere Vorsicht geboten. In Nordrhein-Westfalen mit seinem dichten Bestand an Industrie-, Verwaltungs- und Schulbauten der Nachkriegsjahrzehnte ist das ein verbreitetes Thema.

Ein zusätzliches Risiko entsteht durch frühere Teilsanierungen oder Reparaturen: Wurde Spritzasbest in der Vergangenheit nur teilweise entfernt, überdeckt oder eingekapselt, können Reste an schwer einsehbaren Stellen verblieben sein. Deshalb ersetzt eine alte Unbedenklichkeitsbescheinigung keine erneute Erkundung, wenn größere Eingriffe in die Bausubstanz anstehen. Im Zweifel sollte vor jedem Eingriff fachkundig erkundet werden, ob noch asbesthaltige Schichten vorhanden sind.

Spritzasbest erkennen

Optisch zeigt sich Spritzasbest meist als weiche, faserige, wattig oder grob strukturiert wirkende Schicht in grauer bis weißlicher Farbe. Die Oberfläche ist uneben, bröselt leicht und kann an aufgesprühten Putz oder Dämmwolle erinnern. Manche Schichten sind später überstrichen worden, was die Erkennung erschwert. Wichtige Anhaltspunkte sind das Baujahr, die Lage an Stahlträgern oder Decken und eben diese typische faserige Struktur. Hinweise liefern auch alte Bau- und Brandschutzunterlagen, in denen Beschichtungen oft als Brandschutzputz oder Isolierung beschrieben sind.

Sicherheit gibt jedoch ausschließlich eine Laboranalyse. Eine fachgerecht und staubarm entnommene Materialprobe wird unter dem Mikroskop untersucht, um Asbest zweifelsfrei nachzuweisen und den Fasertyp zu bestimmen. Auf bloßes Ansehen sollten Sie sich nie verlassen – weder zur Bestätigung noch zur Entwarnung. Eine eigenhändige Probenahme ist bei Spritzasbest ausdrücklich nicht zu empfehlen, weil schon dabei Fasern freigesetzt werden. Die Probenahme gehört in die Hände einer Fachkraft, die den Bereich vorher sichert und das Material kontrolliert entnimmt.

Vertiefende Hinweise zu Merkmalen und typischen Materialien finden Sie in unserem Ratgeber Asbest erkennen. Die fachgerechte Probenahme und Auswertung übernimmt unsere Materialanalyse. So erhalten Sie ein belastbares Ergebnis, das als Grundlage für die Bewertung der Dringlichkeit und für die spätere Sanierungsplanung dient.

Fachkraft entnimmt mit Schutzausrüstung eine Materialprobe einer aufgespritzten Schicht zur Laboranalyse auf Asbest

Bei Verdacht: Was Sie sofort tun sollten

Wenn Sie an Stahlträgern oder Decken eines älteren Gebäudes eine weiche, faserige Schicht entdecken, sollten Sie besonnen reagieren. Hektik oder gar eigenhändiges Entfernen verschlimmern die Lage. Wichtig ist, die Faserfreisetzung nicht zu erhöhen und die Situation für die Fachleute nachvollziehbar zu halten. Halten Sie sich an folgende Reihenfolge:

  1. Den betroffenen Bereich sofort verlassen und für andere absperren.
  2. Nichts berühren, bohren, reinigen, abkehren oder absaugen.
  3. Luftbewegung vermeiden – Fenster, Türen und Lüftung möglichst geschlossen halten.
  4. Keine Gegenstände unter oder neben der Schicht bewegen, um keine Fasern aufzuwirbeln.
  5. Unterlagen wie Baujahr, Pläne und Bauakten zusammentragen.
  6. Einen zertifizierten Fachbetrieb kontaktieren und den Verdacht schildern.
  7. Material- und gegebenenfalls Luftanalyse durch den Fachbetrieb veranlassen lassen.
  8. Dringlichkeit bewerten lassen und das weitere Vorgehen abstimmen.

Sollten sich Personen versehentlich im belasteten Bereich aufgehalten haben, hilft es, Straßenkleidung nicht ins restliche Gebäude zu tragen und Oberflächen nicht trocken zu wischen. Reinigen Sie nichts auf eigene Faust, denn herkömmliche Staubsauger blasen die feinen Fasern wieder in die Luft. Dokumentieren Sie stattdessen den Zustand mit Fotos aus sicherer Entfernung und überlassen Sie alle weiteren Schritte dem Fachbetrieb.

Dringlichkeit nach der Asbest-Richtlinie bewerten

Nicht jede Spritzasbestschicht muss am selben Tag entfernt werden – aber jede muss fachkundig bewertet werden. Grundlage dafür ist die Asbest-Richtlinie, die schwach gebundene Asbestprodukte in drei Dringlichkeitsstufen einteilt. In die Bewertung fließen unter anderem der Zustand der Oberfläche, die Faserbindung, die Raumnutzung, Luftbewegung und die Zugänglichkeit ein. Aus diesen Faktoren ergibt sich eine Kennzahl, die der Sachkundige zu einer Dringlichkeitsstufe verdichtet.

  • Dringlichkeitsstufe I: geschädigte, lose oder frei zugängliche Schicht mit hoher Faserfreisetzung – unverzüglich sanieren.
  • Dringlichkeitsstufe II: mäßige Schädigung mit eingeschränkter Faserfreisetzung – erneute Bewertung in mittlerer Frist, gegebenenfalls Maßnahmen.
  • Dringlichkeitsstufe III: geringe Schädigung und geringe Freisetzung – Überwachung und wiederkehrende Kontrolle.

Bei Stufe I besteht akuter Handlungsbedarf: Hier ist unverzüglich zu sanieren. Niedrigere Stufen bedeuten keinesfalls Entwarnung, sondern eine überwachte Beobachtung mit klaren Fristen für die nächste Bewertung. Die Einstufung darf nur von einer sachkundigen Person nach einer Inaugenscheinnahme und ergänzenden Messungen vorgenommen werden – nicht nach Gefühl.

Wichtig ist, dass eine einmal vergebene niedrige Stufe nicht für immer gilt. Verändert sich der Zustand der Schicht, etwa durch einen Wasserschaden, eine Erschütterung oder geplante Bauarbeiten, muss neu bewertet werden. Bis zur endgültigen Sanierung können Schutz- und Überwachungsmaßnahmen wie Zutrittsbeschränkungen, eine vorübergehende räumliche Abtrennung oder regelmäßige Raumluftmessungen sinnvoll sein. Auch diese Zwischenschritte gehören in fachkundige Hände und werden dokumentiert.

Ablauf der fachgerechten Sanierung

Die Sanierung von Spritzasbest gehört zu den anspruchsvollsten Arbeiten im Schadstoffbereich und ist ausschließlich Fachbetrieben mit Sachkunde nach TRGS 519 (Anlage 3) erlaubt. Sie erfolgt unter strengen Schutzmaßnahmen, damit keine Fasern in andere Gebäudeteile oder die Umwelt gelangen. Der grundsätzliche Ablauf:

  • Vorbereitung und Anzeige: Begehung, Arbeits- und Sicherheitsplan, behördliche Anzeige der Tätigkeit.
  • Einhausung: Der Arbeitsbereich wird staub- und luftdicht abgeschottet.
  • Unterdruckhaltung: Unterdruckgeräte mit Spezialfiltern halten den Bereich unter Unterdruck, damit keine Fasern nach außen dringen.
  • Schwarz-Weiß-Anlage: Personal betritt und verlässt den Bereich nur über eine Mehrkammer-Dekontaminationsschleuse.
  • Vollschutz: Die Fachkräfte arbeiten in Schutzanzügen mit geeignetem Atemschutz.
  • Staubarme Entfernung: Der Spritzasbest wird möglichst emissionsarm gelöst und sofort verpackt.
  • Entsorgung: Das Material wird als gefährlicher Abfall staubdicht verpackt und über zugelassene Entsorgungswege beseitigt.
  • Feinreinigung und Freimessung: Nach gründlicher Reinigung erfolgt die Freimessung der Raumluft nach VDI 3492.

Der ausgebaute Spritzasbest und die kontaminierten Materialien werden als gefährlicher Abfall behandelt. Asbesthaltige Dämm- und Spritzmassen fallen in der Regel unter den AVV-Abfallschlüssel 17 06 01* (Dämmmaterial, das Asbest enthält); fest gebundene asbesthaltige Baustoffe wie Faserzement laufen dagegen unter 17 06 05*. Die korrekte Zuordnung, eine lückenlose Verpackung in zugelassenen Behältern und ein vollständiger Entsorgungsnachweis sind Pflicht und Teil der Dokumentation.

Erst wenn die Freimessung nach VDI 3492 bestätigt, dass die Faserkonzentration in der Raumluft unter dem zulässigen Wert liegt, gibt der Fachbetrieb den Bereich frei und die Einhausung wird kontrolliert zurückgebaut. Diese Erfolgskontrolle ist kein optionaler Schritt, sondern der Nachweis, dass tatsächlich saniert wurde. Den fachlichen Hintergrund dazu erläutern wir unter Luftanalysen nach VDI 3492.

Messtechnik zur Freimessung der Raumluft auf Asbestfasern nach VDI 3492 in einem sanierten Bereich

Den gesamten organisatorischen und technischen Rahmen einer Sanierung – von der Planung bis zur Freigabe – beschreiben wir ausführlich in unserem Ratgeber Asbestsanierung: Pflicht, Kosten, Ablauf sowie auf unserer Leistungsseite Asbestsanierung. Dort erfahren Sie auch, wie sich eine Sanierung in einen laufenden Bau- oder Umbauprozess einbinden lässt.

Kosten – grobe Orientierung 2026

Die Kosten einer Spritzasbest-Sanierung lassen sich nicht pauschal beziffern. Sie hängen von der Fläche, der Zugänglichkeit, dem Schadensbild, der Raumhöhe, der Nutzung des Gebäudes und den Entsorgungswegen ab. Weil der gesamte Aufwand für Einhausung, Unterdruckhaltung, Schwarz-Weiß-Anlage, Vollschutz, Entsorgung als gefährlicher Abfall und Freimessung anfällt, liegt schwach gebundener Asbest deutlich über den Kosten fest gebundener Produkte.

PositionGrobe Orientierung (Stand 2026)
Material- und Laboranalyseim niedrigen dreistelligen Bereich je Probe
Luftmessung / Freimessung nach VDI 3492abhängig von Probenzahl und Umfang
Spritzasbest-Sanierung (Vollschutz, schwach gebunden)häufig 100–250 €/m² und mehr
Einhausung, Unterdruckhaltung, Entsorgungim Quadratmeterpreis bzw. projektabhängig enthalten

Diese Werte sind eine grobe Orientierung (Stand 2026) und keine Preiszusage. Im Einzelfall können die Kosten darunter oder erheblich darüber liegen. Einen verbindlichen Festpreis nennen wir Ihnen erst nach einer kostenlosen Besichtigung vor Ort, bei der wir Umfang, Zugänglichkeit und Entsorgungsweg konkret aufnehmen.

Sparen am falschen Ende rächt sich bei Spritzasbest besonders schnell. Ein auffällig günstiges Angebot lässt oft Schutzmaßnahmen, Freimessung oder ordnungsgemäße Entsorgung vermissen – und kann im schlimmsten Fall eine Kreuzkontamination weiterer Gebäudeteile verursachen, die nachträglich ein Vielfaches kostet. Achten Sie deshalb auf eine nachvollziehbare Leistungsbeschreibung, den Nachweis der Sachkunde nach TRGS 519 und eine eingeplante Erfolgskontrolle. Ein seriöses Angebot benennt diese Punkte transparent.

Rechtslage und Pflichten

Der Einbau von Spritzasbest ist in Deutschland seit 1979 verboten, das vollständige Asbest-Totalverbot folgte 1993. Bestehender Spritzasbest in Altgebäuden ist damit zwar Bestand, unterliegt aber strengen Pflichten zu Bewertung, Schutz und Sanierung. Wer Arbeiten an oder in der Nähe von Spritzasbest veranlasst, trägt Verantwortung für den Schutz von Beschäftigten, Bewohnern und Dritten.

Mit der Novelle der Gefahrstoffverordnung, die am 5. Dezember 2024 in Kraft getreten ist, wurden die Anforderungen an asbestbezogene Tätigkeiten weiter verschärft – unter anderem mit erweiterten Erkundungs- und Mitteilungspflichten im Baubereich. Was sich konkret geändert hat, lesen Sie in unserem Ratgeber GefStoffV-Novelle 2024. Maßgeblich für die praktische Durchführung bleiben die TRGS 519 (Asbest), ergänzt durch TRGS 521 (Mineralfasern/KMF) und TRGS 524 (kontaminierte Bereiche).

Für Eigentümer und Verwalter bedeutet das vor allem: Vor Bau-, Abbruch- oder Instandhaltungsarbeiten in Bestandsgebäuden ist zu klären, ob Asbest vorhanden sein kann. Bei begründetem Verdacht muss erkundet, dokumentiert und das Ergebnis an die ausführenden Betriebe weitergegeben werden. Werden Beschäftigte mit Tätigkeiten an Spritzasbest betraut, greifen zusätzlich arbeitsschutzrechtliche Pflichten wie Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und arbeitsmedizinische Vorsorge.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Pflichten als Eigentümer, Arbeitgeber oder Auftraggeber können je nach Konstellation unterschiedlich ausfallen. Im Zweifel sollten Sie rechtlichen Rat einholen und die zuständige Behörde einbinden.

Warum ein zertifizierter Fachbetrieb

Spritzasbest verzeiht keine Fehler. Eine unsachgemäße Maßnahme kann ein ganzes Gebäude kontaminieren, Menschen gefährden und am Ende ein Vielfaches einer fachgerechten Sanierung kosten. Ein zertifizierter Fachbetrieb verfügt über die erforderliche Sachkunde nach TRGS 519, die technische Ausstattung für Einhausung, Unterdruckhaltung und Schwarz-Weiß-Anlage sowie über die korrekten Entsorgungs- und Nachweiswege. Genauso wichtig ist die saubere Dokumentation – von der Anzeige über die Schutzmaßnahmen bis zur Freimessung nach VDI 3492.

Asbesta ist Ihr inhabergeführter, nach TRGS 519/524 zertifizierter Fachbetrieb für Asbest- und Schadstoffsanierung aus Marl – tätig in ganz Nordrhein-Westfalen. Wir begutachten verdächtige Spritzasbestschichten, veranlassen Material- und Luftanalysen, bewerten die Dringlichkeit und sanieren fachgerecht bis zur dokumentierten Freigabe. Schildern Sie uns Ihren Fall über unser Kontaktformular oder rufen Sie uns direkt an unter +49 2365 2960630 – wir beraten Sie ehrlich und nennen Ihnen nach einer kostenlosen Besichtigung einen verbindlichen Festpreis.

Häufige Fragen

Warum ist Spritzasbest gefährlicher als andere Asbestprodukte?

Spritzasbest ist schwach gebunden: Die Fasern stecken nur lose in einer weichen, porösen Masse statt fest in Zement. Schon Luftzug, Erschütterung oder leichte Berührung setzt sehr große Fasermengen frei – Werte über 100.000 Fasern pro Kubikmeter Raumluft sind möglich. Damit zählt Spritzasbest zur höchsten Risikostufe und erfordert immer eine Sanierung durch einen Fachbetrieb unter Vollschutz.

Woran erkenne ich Spritzasbest in meinem Gebäude?

Typisch ist eine weiche, faserige, aufgespritzte graue bis weißliche Schicht auf Stahlträgern, Decken oder Wänden – oft in Tiefgaragen, Hochhäusern, Industrie- und Schulgebäuden der Baujahre 1960 bis 1979. Die Oberfläche wirkt wattig und bröselt leicht. Sicher feststellen lässt sich Asbest nur durch eine Laboranalyse einer fachgerecht entnommenen Materialprobe – nie durch bloßes Ansehen.

Darf ich Spritzasbest selbst entfernen oder überstreichen?

Nein. Eigenhändiges Entfernen, Bohren, Abschleifen oder Überstreichen ist bei Spritzasbest verboten und lebensgefährlich, weil dabei enorme Fasermengen freigesetzt werden. Auch ein Anstrich versiegelt die Schicht nicht dauerhaft. Schwach gebundener Asbest darf ausschließlich von einem Fachbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519 (Anlage 3) saniert werden. Bei Verdacht den Bereich meiden und Fachleute hinzuziehen.

Wie dringend muss Spritzasbest saniert werden?

Das richtet sich nach der Asbest-Richtlinie, die drei Dringlichkeitsstufen vorsieht. Bei Stufe I – etwa lose, geschädigte oder frei zugängliche Schichten – ist unverzüglich zu sanieren. Bei niedrigeren Stufen können Überwachung und befristete Maßnahmen ausreichen. Maßgeblich sind Faserbindung, Oberflächenzustand, Raumnutzung und Luftzug. Die Einstufung nimmt ein Sachkundiger anhand einer Bewertung vor Ort vor.

Wie läuft eine Spritzasbest-Sanierung ab?

Der Arbeitsbereich wird luftdicht eingehaust, unter Unterdruck gehalten und über eine Schwarz-Weiß-Schleuse betreten. Die Fachkräfte arbeiten im Vollschutz mit Atemschutz, entfernen den Spritzasbest möglichst staubarm und verpacken ihn als gefährlichen Abfall. Anschließend wird der Bereich gereinigt und durch eine Freimessung der Raumluft nach VDI 3492 freigegeben. Erst danach darf die Einhausung zurückgebaut werden.

Was kostet die Sanierung von Spritzasbest?

Verlässliche Pauschalpreise gibt es nicht, weil Fläche, Zugänglichkeit, Schadensbild und Nutzung stark variieren. Als grobe Orientierung (Stand 2026) liegen aufwendige Vollschutzmaßnahmen häufig bei 100 bis 250 Euro pro Quadratmeter und mehr, da Einhausung, Unterdruckhaltung, Entsorgung und Freimessung anfallen. Einen verbindlichen Festpreis nennen wir erst nach einer kostenlosen Besichtigung vor Ort.

Was muss ich bei Verdacht auf Spritzasbest sofort tun?

Den betroffenen Bereich nicht mehr betreten, nichts berühren, bohren oder reinigen und für möglichst wenig Luftbewegung sorgen. Vorhandene Unterlagen wie Baujahr und Pläne zusammentragen. Dann einen zertifizierten Fachbetrieb kontaktieren, der eine Materialanalyse und – falls nötig – eine Luftmessung veranlasst und die Dringlichkeit bewertet. Auf keinen Fall selbst Material lösen oder entsorgen.

Über Abdul-Rahman Omeirat

Abdul-Rahman Omeirat ist Sachkundiger nach TRGS 519, Anlage 3 und führt die Asbesta Schadstoffsanierung. Wir sanieren Asbest und Schadstoffe in ganz Nordrhein-Westfalen und geben unser Wissen aus der Praxis weiter. Dieser Beitrag dient der Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.

Nachweis: Sachkunde Asbest nach TRGS 519, Anlage 3. Qualifikationen & Nachweise ansehen

Passende Leistungen

Weitere Beiträge

Kostenlos & unverbindlich

Jetzt kostenlose Anfrage stellen

Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden. Kostenfreie Besichtigung vor Ort, danach ein transparenter Festpreis ohne versteckte Kosten.

Kostenlos & unverbindlich · Antwort in 24 Stunden

Jetzt anrufen +49 2365 2960630 WhatsApp Fotos direkt senden