Die Bergarbeiterkolonien rund um die Zechen Ewald und Schlägel & Eisen sowie die Reihenhauszeilen in Disteln prägen den Hertener Rückbaualltag. Diese kleinteiligen Backsteinhäuser mit schmalen Treppenhäusern und niedrigen Decken stammen überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurden über Jahrzehnte nachgerüstet. Genau hier finden wir bei der vorgeschalteten Erkundung typische Schadstofflagen: asbesthaltige Bodenbeläge und Fliesenkleber, Nachtspeicheröfen, alte Dichtungsschnüre sowie PAK-belastete Parkettkleber und teerhaltige Abdichtungen. Belastete Bauteile werden vor dem eigentlichen Teilabbruch oder der Entkernung fachgerecht saniert – Asbestarbeiten ausschließlich nach TRGS 519 und mit vorheriger Anzeige bei der Bezirksregierung Münster. Erst wenn die Schadstoffe raus sind, beginnt der bauliche Rückbau, und die Abbruchmassen werden bereits vor Ort sortenrein in Bauschutt, Holz, Metall und Gips getrennt.
Anders liegt der Fall in den verdichteten Geschoss- und Hochhausquartieren am Paschenberg, in Herten-Süd und in Scherlebeck. Hier geht es seltener um den kompletten Abriss, häufiger um Entkernungen im Zuge von Modernisierungen: Der Innenausbau kommt heraus, während das tragende Stahlbeton- oder Mauerwerkstragwerk erhalten bleibt. In Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre rechnen wir mit asbesthaltigen Brandschutzverkleidungen, Spachtelmassen, Estrich-Beimengungen sowie PCB in Fugendichtungen und Beschichtungen – allesamt Stoffe, die vor dem Rückbau erfasst und kontrolliert ausgebaut werden müssen. Reine Entkernungen sind in NRW oft nicht genehmigungspflichtig, während Vollabbrüche und bestimmte Teilabbrüche bei der Bauaufsicht des Kreises Recklinghausen anzuzeige- oder genehmigungspflichtig sein können. Wir klären den behördlichen Rahmen vorab und schützen dabei Statik, Nachbarbebauung und die im dichten Bestand eng liegenden Versorgungsleitungen.
Im Westen und Norden Hertens kommen ganz eigene Aufgaben hinzu: Gewerbe- und Hallenflächen in Langenbochum und Bertlich, der Wandel der Bergbaufläche am Zukunftsstandort Ewald sowie das historische Alte Dorf Westerholt mit seinen rund 60 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und dem Schloss. Bei Industrie- und Hallenrückbauten dominieren großvolumige Stahl- und Mauerwerksstrukturen, Asbestzement-Wellplatten auf Dächern und Fassaden sowie KMF in Dämmungen – diese Fraktionen werden getrennt erfasst und über Entsorgungs- und Begleitscheine nachweissicher abgeführt. Im denkmalgeschützten Bestand von Westerholt sind dagegen behutsame Teilrückbauten und Entkernungen gefragt, bei denen die erhaltenswerte Fachwerksubstanz unangetastet bleibt. Über alle Hertener Lagen hinweg senkt die sortenreine Trennung der Abbruchmassen die Entsorgungskosten und ist zugleich abfallrechtlich Pflicht. Zum Abschluss übergeben wir die Fläche besenrein und mit vollständiger Dokumentation.
Häufige Fragen: Abbrucharbeiten in Herten
Wir wollen ein altes Reihenhaus in einer Bergarbeitersiedlung in Disteln entkernen – was ist mit Asbest zu beachten?
In den Backsteinhäusern der Hertener Kolonien aus der Zeit vor 1995 stecken sehr häufig asbesthaltige Bodenbeläge, Fliesenkleber, Dichtungsschnüre oder Nachtspeicheröfen. Deshalb steht vor jeder Entkernung eine Schadstofferkundung, bei der wir die belasteten Bauteile gezielt beproben und erfassen. Werden Asbestprodukte gefunden, sanieren wir diese vorab nach TRGS 519, was eine vorherige Anzeige bei der Bezirksregierung Münster einschließt. Erst danach beginnt der eigentliche Innenausbau-Rückbau, sodass das Tragwerk erhalten bleibt und die Massen sortenrein getrennt werden.
Brauchen wir für einen Abbruch in Herten eine Genehmigung?
Das hängt vom Umfang ab. Vollabbrüche und bestimmte Teilabbrüche sind in NRW oft anzeige- oder genehmigungspflichtig bei der Bauaufsicht des Kreises Recklinghausen, während reine Entkernungen – bei denen das Tragwerk steht bleibt – häufig nicht genehmigungspflichtig sind. Die Asbest-Anzeige nach TRGS 519 ist davon unabhängig und geht an die Bezirksregierung Münster. Wir prüfen den behördlichen Rahmen für Ihr konkretes Hertener Objekt vorab und übernehmen die nötigen Anzeigen sowie die Entsorgungs- und Begleitscheine.
Sind Sie als Marler Betrieb schnell genug für Abbrucharbeiten in Herten vor Ort?
Ja. Unser Firmensitz am Venusweg in Marl liegt rund 8 km beziehungsweise etwa 15 Fahrminuten von Herten entfernt – Herten ist unsere direkte Nachbarstadt. Wir sind überregional in ganz NRW tätig, kennen aber gerade die Bausubstanz im nördlichen Ruhrgebiet, von den Zechensiedlungen rund um Ewald bis zu den Hallenflächen in Langenbochum, sehr genau. Für eine erste Einschätzung und die Schadstofferkundung sind wir kurzfristig vor Ort.