In den historischen Arbeitersiedlungen Oberhausens geht es beim Abbruch selten um den Vollabriss, sondern meist um behutsamen Teilrückbau und Entkernung. Die Kolonie Eisenheim als eine der ältesten Siedlungen des Ruhrgebiets, die Knappensiedlung im Knappenviertel und die Kolonie Vondern in Osterfeld stehen für eine kleinteilige, oft schützenswerte Substanz, bei der das Tragwerk erhalten bleibt und nur der Innenausbau herauskommt. Genau in diesen Häusern stoßen wir bei der vorab durchgeführten Schadstofferkundung regelmäßig auf asbesthaltige Floor-Flex-Bodenplatten mit schwarzem Bitumenkleber, Asbestpappe hinter Heizkörpern und in alten Nachtspeicheröfen sowie KMF-Dämmungen aus späteren Modernisierungen. Solche Bauteile entfernen wir vor dem eigentlichen Rückbau – Asbest nach TRGS 519 und mit vorheriger Anzeige bei der Bezirksregierung Düsseldorf als zuständiger Arbeitsschutzbehörde. Erst danach beginnt die Entkernung von Putzen, Estrichen, Leitungen und Verkleidungen. So bleibt die historische Tragstruktur unangetastet, während die belasteten Schichten kontrolliert und dokumentiert ausgeschleust werden.
Den größten Anteil am Oberhausener Rückbaubedarf stellen die Geschosswohnbauten der Wirtschaftswunderjahre und der schnelle Wiederaufbau im stark zerstörten Alt-Oberhausen. In den Mietshauszeilen von Lirich, Styrum, Alstaden und Dümpten liegen typische Schadstoffe der Jahre vor 1995 dicht beieinander: PAK-haltige Parkettkleber und Teerkork in Bodenaufbauten, asbesthaltige Spachtel- und Fliesenkleber, PCB-belastete Fugendichtungen und Deckenanstriche in den größeren Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre. Bei einer Entkernung dieser Wohn- und Zweckbauten – etwa zur Kernsanierung oder vor einer Umnutzung – erfassen wir diese Fraktionen vorab, sanieren die belasteten Bauteile getrennt und führen den restlichen Innenausbau sortenrein zurück. Bauschutt, Holz, Metall, Gips und belastete Fraktionen trennen wir bereits vor Ort, weil das die Entsorgungskosten senkt und abfallrechtlich Pflicht ist. Statik, angrenzende Bebauung in den oft eng bebauten Quartieren sowie Versorgungsleitungen sichern wir dabei konsequent ab.
Ein eigener Schwerpunkt sind die Industrie- und Hallenflächen Oberhausens: der Sterkrader Gewerbebestand sowie die ehemaligen Zechen- und Hüttenflächen rund um die Neue Mitte, die seit Jahren umgenutzt oder abgebrochen werden. Hier sind Vollabbrüche und bestimmte Teilabbrüche in NRW häufig anzeige- oder genehmigungspflichtig bei der städtischen Bauaufsicht der Stadt Oberhausen – reine Entkernungen dagegen oft nicht. Wir klären diese Einordnung vorab und übernehmen die nötigen Anzeigen. In alten Werks-, Lager- und Verwaltungsgebäuden finden sich großflächig Asbestzement-Wellplatten auf Dächern und Fassaden, Spritzasbest und asbesthaltige Brandschutzplatten an Stahlträgern, KMF-Rohrisolierungen und PAK-belastete Industrieböden. Diese Schadstoffe sanieren wir vor dem Abbruch nach den jeweils geltenden Schutzstufen, schützen Nachbarbebauung und Versorgungsleitungen und übergeben die Fläche besenrein. Zu jeder Maßnahme gehören vollständige Entsorgungs- und Begleitscheine als lückenloser Nachweis der ordnungsgemäßen Entsorgung.
Häufige Fragen: Abbrucharbeiten in Oberhausen
Muss ich für einen Abbruch oder eine Entkernung in Oberhausen eine Genehmigung einholen?
Das hängt von der Art des Eingriffs ab. Vollabbrüche und bestimmte Teilabbrüche sind in NRW häufig anzeige- oder genehmigungspflichtig bei der Bauaufsicht der Stadt Oberhausen, während reine Entkernungen mit erhaltenem Tragwerk oft nicht genehmigungspflichtig sind. Kommt dabei Asbest ins Spiel, ist zusätzlich eine Anzeige nach TRGS 519 bei der Bezirksregierung Düsseldorf erforderlich. Wir prüfen die Einordnung für Ihr Objekt vorab und übernehmen die nötigen Anzeigen, damit der Rückbau rechtssicher startet.
Warum steht vor jedem Abbruch in Oberhausen eine Schadstofferkundung?
Weil Oberhausens Baubestand stark von Bauten vor 1995 geprägt ist – von den Arbeitersiedlungen in Eisenheim und Vondern bis zu den Nachkriegs- und Wirtschaftswunderbauten in Lirich, Styrum und Alstaden. In dieser Substanz sind Asbest, KMF, PAK und PCB weit verbreitet und stecken oft verdeckt in Böden, Klebern, Dichtungen und Verkleidungen. Würde man ohne Erkundung abbrechen, könnten Fasern und Schadstoffe unkontrolliert freigesetzt werden. Deshalb erkunden wir die Bauteile vorab, sanieren Belastetes getrennt und planen erst dann den eigentlichen Rückbau.
Können Sie in den engen Siedlungs- und Mietshausquartieren Oberhausens entkernen, ohne die Nachbarhäuser zu gefährden?
Ja. Gerade in den dicht bebauten Zeilen von Alt-Oberhausen, Lirich oder Dümpten und in den kleinteiligen Kolonien planen wir den Rückbau so, dass Statik, Nachbarbebauung und Versorgungsleitungen geschützt bleiben. Bei einer Entkernung bleibt das Tragwerk stehen, sodass die Standsicherheit des Gebäudes und der angrenzenden Bebauung erhalten bleibt. Belastete Bauteile sanieren wir vorab staubdicht, und die Abbruchmassen trennen wir sortenrein vor Ort. So übergeben wir den Bereich am Ende besenrein und mit vollständigen Entsorgungs- und Begleitscheinen.