Die Bausubstanz Oberhausens ist eng mit Kohle und Stahl verwoben, und das spiegelt sich in den typischen PAK-Funden wider. In den historischen Arbeitersiedlungen wie der Kolonie Eisenheim, der Knappensiedlung im Knappenviertel oder der Kolonie Vondern in Osterfeld stoßen wir regelmäßig auf teerhaltige Abdichtungen, Teerkleber unter Altparkett und Teerkork-Dämmungen aus der Zeit vor 1980. Steinkohlenteer war hier ein naheliegendes, weil regional verfügbares Material – ein direktes Erbe der umliegenden Kokereien. Erkennbar wird er häufig am schwarzen, glänzenden Erscheinungsbild und dem typisch teerartigen Geruch beim Aufnehmen alter Bodenbeläge. Wir nehmen vor jeder Maßnahme eine Materialprobe und lassen sie im Labor auf Benzo[a]pyren und weitere PAK untersuchen, bevor wir den Sanierungsumfang festlegen. So vermeiden wir, dass beim Anschleifen oder Aufstemmen unkontrolliert Stäube und Ausgasungen in die Raumluft gelangen.
Im stark zerstörten Alt-Oberhausen entstanden im schnellen Wiederaufbau viele Gebäude, deren Böden und Dächer heute auf den Prüfstand gehören; ähnliches gilt für die Geschosswohnungsbauten der Wirtschaftswunderjahre in Lirich, Styrum, Alstaden und Dümpten. Dort sind es vor allem Parkett- und Bodenkleber sowie Bitumen- und Dachpappenbahnen, in denen PAK gebunden sein können. Bei der Sanierung arbeiten wir grundsätzlich emissionsarm: kontaminierte Bereiche werden abgeschottet, unter Unterdruck gesetzt und mit speziell abgesaugten Maschinen bearbeitet, wie es TRGS 524 für Arbeiten in kontaminierten Bereichen und TRGS 551 für teer- und pechhaltige Stoffe vorgeben. Das ausgebaute Material trennen wir sortenrein und entsorgen es nach LAGA und AVV mit lückenlosem Nachweis. Gerade in bewohnten Mehrfamilienhäusern achten wir darauf, dass angrenzende Wohnungen und Treppenhäuser sauber bleiben. Auf Wunsch dokumentieren wir den Erfolg über Freimessungen, bevor die Flächen wieder freigegeben werden.
Neben Wohngebäuden prägen Industrie- und Hallenbauten das Bild, etwa im Sterkrader Gewerbebestand und auf den umgenutzten Zechen- und Hüttenflächen rund um die Neue Mitte. Bei Umnutzung oder Abbruch solcher Objekte treffen wir oft auf großflächige teerhaltige Dachbahnen, Bitumenabdichtungen und pechhaltige Verfugungen, die fachgerecht zurückgebaut werden müssen. Hier koordinieren wir die PAK-Sanierung eng mit dem weiteren Bauablauf, damit Schadstoffentnahme und Rohbauarbeiten ineinandergreifen. Ein wichtiger Hinweis zur Behördenzuständigkeit: Die anzeigepflichtige Asbest-Anzeige nach TRGS 519 läuft für Oberhausen über die Bezirksregierung Düsseldorf – sie betrifft jedoch Asbest, nicht PAK, das einem anderen Regelwerk folgt. Asbesta sitzt im rund 37 Kilometer entfernten Marl und erreicht Oberhausen über A52/A2 beziehungsweise A42 in etwa 30 Minuten, sodass wir Ortstermine und Sanierungen zuverlässig im gesamten Stadtgebiet abdecken. So verbinden wir kurze Wege ins Revier mit der nötigen fachlichen Tiefe für teer- und pechhaltige Baustoffe.
Häufige Fragen: PAK-Sanierung in Oberhausen
Woran erkenne ich PAK-belastete Baustoffe in einem Oberhausener Altbau?
Typische Hinweise sind schwarze, glänzende und teerartig riechende Klebstoffe unter altem Parkett oder Holzpflaster, dunkle Dachpappen sowie Teerkork-Dämmungen – häufig in Gebäuden vor etwa 1980. In Oberhausen ist das wegen der Nähe zu früheren Kokereien und Zechen besonders verbreitet, etwa in den alten Arbeitersiedlungen oder Wiederaufbaubauten. Eine sichere Aussage liefert aber nur eine Materialprobe mit Laboranalyse auf Benzo[a]pyren und weitere PAK. Bohren, Schleifen oder Aufstemmen Sie verdächtige Materialien nicht selbst, da dabei krebserzeugende Stäube frei werden können. Wir nehmen die Probe und werten das Ergebnis fachlich für Sie aus.
Ist PAK dasselbe wie Asbest, und muss ich es bei der Bezirksregierung Düsseldorf anzeigen?
Nein, PAK ist kein Asbest. Es handelt sich nicht um Fasern, sondern um teer- und pechhaltige, krebserzeugende Verbindungen aus Steinkohlenteer mit dem Leitparameter Benzo[a]pyren. Die anzeigepflichtige Asbest-Anzeige nach TRGS 519 bei der Bezirksregierung Düsseldorf betrifft daher ausschließlich Asbestarbeiten. PAK-Sanierungen richten sich stattdessen nach TRGS 524 und TRGS 551 sowie nach den Entsorgungsvorgaben von LAGA und AVV. Wir ordnen Ihren konkreten Fall fachlich ein und klären, welches Regelwerk und welche Nachweise gelten.
Wie läuft eine PAK-Sanierung in einem bewohnten Mehrfamilienhaus in Lirich oder Styrum ab?
Zuerst sichern wir per Materialprobe und Laboranalyse, ob und wie stark der Baustoff PAK-belastet ist. Den betroffenen Bereich schotten wir ab und arbeiten unter Unterdruck mit abgesaugten Maschinen, damit keine Stäube in Treppenhaus oder Nachbarwohnungen gelangen. Den teerhaltigen Kleber oder Belag bauen wir emissionsarm aus, trennen ihn sortenrein und entsorgen ihn mit Nachweis nach LAGA und AVV. Auf Wunsch belegen wir den Sanierungserfolg durch Freimessungen, bevor die Räume wieder genutzt werden. So bleibt der Betrieb im übrigen Gebäude meist möglich.