Der typische PAK-Fund in Bottrop liegt buchstäblich unter dem Fußboden: schwarze, teerartig riechende Klebstoffe unter altem Stabparkett oder Holzpflaster, wie sie in vielen Vorkriegs- und Nachkriegsbauten der Stadtmitte sowie in den industrienahen Wohnquartieren von Welheim, Ebel, Batenbrock und Boy verbaut wurden. Diese Teerkleber stammen direkt aus der regionalen Steinkohlenteer-Verarbeitung und werden oft erst bei einer Sanierung oder beim Rückbau alter Beläge sichtbar. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Heimwerker oder unkundige Betriebe den alten Estrich oder das Holzpflaster trocken abschleifen und so PAK-haltigen Staub freisetzen. Vor jedem Ausbau entnehmen wir daher eine Materialprobe und lassen sie im Labor analysieren, bevor überhaupt ein Werkzeug angesetzt wird. Auf Basis des Laborbefunds legen wir das Schutzkonzept nach TRGS 524 fest, arbeiten mit abgesaugten Maschinen und sortenreicher Entsorgung. So bleibt die Belastung in den Bottroper Altbauwohnungen kontrolliert und dokumentiert.
Neben Teerklebern prägen teerhaltige Abdichtungen die Bottroper Bausubstanz, was an der dichten Bebauung mit Zechen- und Arbeitersiedlungen liegt. In der denkmalgeschützten Gartenstadt Welheim, 1913 bis 1923 für Bergleute errichtet, sowie im industrienahen Wohnbau von Batenbrock und Vonderort finden sich teerhaltige Dachpappen, Bitumenbahnen und Teerkork-Dämmungen aus der Zeit vor 1980. Auch in Werks- und Gewerbebauten rund um das ehemalige Bergwerksgelände sind solche Materialien bei Dach-, Keller- und Fassadenarbeiten regelmäßig anzutreffen. Bei pech- und teerhaltigen Stoffen greift zusätzlich die TRGS 551, die wir gemeinsam mit der TRGS 524 als verbindlichen Rahmen anwenden. Den Ausbau führen wir emissionsarm mit Abschottung und – wo erforderlich – Unterdruckhaltung durch, damit keine Fasern und vor allem keine PAK-belasteten Stäube in angrenzende Wohnbereiche gelangen. Die Entsorgung erfolgt nach LAGA und AVV mit lückenlosem Nachweis. Denkmalschutzauflagen in Welheim berücksichtigen wir dabei im Vorfeld der Arbeiten.
Im ländlich geprägten Norden mit Kirchhellen, Grafenwald, Feldhausen und Holthausen verschiebt sich das Bild hin zu Hofstellen, Scheunen, Stallungen und landwirtschaftlichen Hallen. Hier treten teerhaltige Dachabdichtungen und Bitumenbahnen häufig in Kombination mit anderen Altbaustoffen auf, sodass eine genaue Materialansprache vor Ort entscheidend ist. Wichtig ist die saubere fachliche Trennung: PAK sind teerhaltige, krebserzeugende Verbindungen und kein Asbest – sie unterliegen der TRGS 524 und TRGS 551, nicht der TRGS 519. Die Anzeige für asbesthaltige Arbeiten nach TRGS 519 richtet sich für Bottrop an die Bezirksregierung Münster; bei reinen PAK-Arbeiten gelten die entsprechenden Vorgaben für kontaminierte und teerhaltige Bereiche. Asbesta hat seinen Sitz am Venusweg 24 in Marl und ist überregional in ganz NRW tätig; nach Bottrop sind es über die A52/A2 rund 26 Kilometer und etwa 25 bis 30 Minuten Anfahrt. Diese Nähe erlaubt es uns, Probenahme, Ortstermin und Sanierung gut aufeinander abzustimmen. So erhalten Eigentümer in Stadt und Kirchhellener Umland eine fachlich belastbare Bewertung statt vorschneller Pauschalurteile.
Häufige Fragen: PAK-Sanierung in Bottrop
Warum ist gerade in Bottrop mit PAK-haltigen Baustoffen zu rechnen?
Bottrop ist eine klassische Bergbaustadt und war mit Prosper-Haniel bis Dezember 2018 Standort des letzten Steinkohlenbergwerks Deutschlands. Der für PAK verantwortliche Steinkohlenteer stammt aus der Verkokung in Kokereien und Zechen, also aus genau der Industrie, die die Region geprägt hat. Dieser Teer wurde zu Klebern, Dachpappen und Dämmstoffen verarbeitet und in Wohn-, Werks- und Gewerbebauten vor etwa 1980 verbaut. Entsprechend treffen wir in Quartieren wie Welheim, Ebel, Batenbrock und der Stadtmitte regelmäßig auf teerhaltige Kleber unter Altparkett oder auf teerhaltige Abdichtungen. Klarheit bringt nur eine Materialprobe mit Laboranalyse.
Ist PAK-Sanierung dasselbe wie eine Asbestsanierung und gilt dafür die TRGS 519?
Nein, PAK und Asbest sind fachlich klar zu unterscheiden. Asbest besteht aus Fasern, während PAK teerhaltige, krebserzeugende Verbindungen mit dem Leitparameter Benzo[a]pyren sind. Für PAK-Arbeiten gelten die GefStoffV in Verbindung mit TRGS 524 für kontaminierte Bereiche und TRGS 551 für teer- und pechhaltige Stoffe – nicht die TRGS 519. Die TRGS-519-Anzeige für asbesthaltige Arbeiten wäre in Bottrop bei der Bezirksregierung Münster einzureichen, betrifft aber eben den Asbestfall und nicht reine PAK-Sanierungen.
Wie läuft der emissionsarme Ausbau von Teerklebern in einem Bottroper Altbau ab?
Zuerst entnehmen wir eine Materialprobe des verdächtigen schwarzen Klebers oder der Abdichtung und lassen sie im Labor untersuchen. Liegt der Befund vor, legen wir nach TRGS 524 das Schutz- und Arbeitskonzept fest, schotten den Arbeitsbereich ab und halten bei Bedarf Unterdruck. Der eigentliche Ausbau erfolgt mit abgesaugten Maschinen, damit beim Lösen des Teerklebers möglichst wenig PAK-haltiger Staub entsteht. Das Material wird sortenrein erfasst und nach LAGA/AVV mit Nachweis entsorgt. Da wir von Marl aus nur rund 26 Kilometer entfernt sind, lassen sich Probenahme, Ortstermin und Ausführung in Bottrop gut koordinieren.