Essen ist als ehemaliger Zechen- und Kokereistandort ein Kerngebiet für PAK-Belastungen: Der Steinkohlenteer, aus dem die teerhaltigen Klebstoffe und Abdichtungen stammen, war hier ein billiges Nebenprodukt der heimischen Kokereien rund um Zollverein. In den Zechen- und Arbeitersiedlungen in Katernberg, Stoppenberg und Altenessen, die in den 1950er- bis 1970er-Jahren modernisiert wurden, stoßen wir deshalb regelmäßig auf schwarze, teerig riechende Parkett- und Holzpflasterkleber unter späteren Bodenbelägen. Solche Teerkleber wurden bis etwa 1980 großflächig unter Stabparkett verlegt; entfernt man heute den Belag, liegt der PAK-haltige Kleber frei. Gefährlich wird es vor allem beim Anschleifen, Aufstemmen oder thermischen Bearbeiten, weil dabei Benzo[a]pyren über Staub und Dämpfe freigesetzt wird. Wir bauen diese Schichten deshalb mit abgesaugten Maschinen, Abschottung und Unterdruckhaltung aus und entsorgen das Material sortenrein nach LAGA/AVV.
Im südlichen Essen - in den freistehenden Häusern und Villen von Werden, Bredeney, Rellinghausen und Kettwig - tritt PAK seltener als Parkettkleber, dafür häufiger in teerhaltigen Dachpappen, Bitumenbahnen und Teerkork-Dämmungen auf. Auf Flachdächern, in alten Kellerabdichtungen und in Dämmschichten dieser Vorkriegs- und Nachkriegsbauten wurde Steinkohlenteerpech als Feuchtigkeitssperre eingesetzt, das sich an seinem charakteristischen Teergeruch erkennen lässt. In den Gründerzeit- und Jugendstilquartieren von Rüttenscheid und im Südviertel war der Originalbau frei von solchen Stoffen - die PAK-Funde stammen fast immer aus späteren Modernisierungen mit Teerklebern und teerhaltigen Fugenmassen. Auch in der denkmalgeschützten Margarethenhöhe ist beim Eingriff in Böden und Abdichtungen Vorsicht geboten. Weil sich teerhaltige von harmlosen bituminösen Stoffen optisch kaum unterscheiden lassen, sichern wir vor jedem Rückbau eine Materialprobe und lassen den PAK-Gehalt im Labor bestimmen, bevor wir Umfang und Schutzstufe nach TRGS 551 festlegen.
Neben dem Wohnbau hat Essen als Konzern- und Verwaltungsstadt einen großen Bestand an Büro-, Schul- und Hallenbauten der 1960er- bis 1980er-Jahre, etwa in der City und am Krupp-Gürtel. In diesen Zweckbauten finden sich teerhaltige Estrich- und Parkettkleber, Industrieböden mit Teerbeschichtung sowie teerhaltige Dach- und Sockelabdichtungen, die bei Umbau, Mieterwechsel oder Abbruch vorgezogen saniert werden müssen. Da PAK als kontaminierter Bereich im Sinne der TRGS 524 gilt, planen wir hier die Abschottung mit Unterdruck und Personenschleuse so, dass laufender Betrieb, Brandschutzabschnitte und Fluchtwege berücksichtigt bleiben - bei Bedarf in Bauabschnitten oder Randzeiten. Die emissionsarme Bearbeitung mit quellnah abgesaugten Maschinen hält die Staubbelastung niedrig und schützt das angrenzende Umfeld. Umfangreiche Arbeiten an PAK- und teerhaltigen Stoffen fallen behördlich in die Zuständigkeit der Bezirksregierung Düsseldorf als Arbeitsschutzbehörde für Essen. Den teerhaltigen Abfall führen wir sortenrein und mit lückenlosem Entsorgungsnachweis nach AVV der zugelassenen Verwertung zu - von unserem Sitz in Marl aus erreichen wir Essen über A52 und A2 in rund 35 Minuten.
Häufige Fragen: PAK-Sanierung in Essen
Warum ist gerade in Essen so oft mit PAK aus Steinkohlenteer zu rechnen?
Essen war ein Zentrum von Bergbau und Kokereibetrieb - der für die PAK-Belastung verantwortliche Steinkohlenteer fiel hier als Nebenprodukt der Kokereien rund um Zollverein an und wurde regional verbaut. Bis etwa 1980 landete er als günstiger Teerkleber unter Parkett und Holzpflaster sowie in Dachpappen, Bitumenbahnen und Teerkork-Dämmungen. In modernisierten Zechensiedlungen in Katernberg, Stoppenberg oder Altenessen treffen wir solche Teerkleber besonders häufig an. Sicher feststellbar ist PAK aber nur über eine Materialprobe mit Laboranalyse.
Worin unterscheidet sich die PAK-Sanierung in Essen von einer Asbestsanierung?
PAK ist kein Asbest: Es handelt sich nicht um Fasern, sondern um teerhaltige, krebserzeugende Verbindungen mit dem Leitparameter Benzo[a]pyren, die über Staub und Ausgasung in die Raumluft gelangen. Rechtlich gilt deshalb nicht die TRGS 519, sondern die TRGS 524 für kontaminierte Bereiche und die TRGS 551 für teer- und pechhaltige Stoffe. Statt einer Freimessung auf Fasern steht hier der emissionsarme Ausbau mit abgesaugten Maschinen, Abschottung und Unterdruck im Vordergrund. Die Entsorgung erfolgt sortenrein nach LAGA und AVV mit Nachweis.
Unter dem alten Parkett in meinem Essener Altbau liegt ein schwarzer, teerig riechender Kleber - was ist zu tun?
Dieser typische schwarze, nach Teer riechende Klebstoff unter Stabparkett oder Holzpflaster ist ein klassischer PAK-Verdacht aus der Zeit vor 1980 und sollte nicht selbst abgeschliffen oder aufgestemmt werden. Gerade beim Schleifen und thermischen Bearbeiten wird Benzo[a]pyren über Staub freigesetzt. Wir nehmen zunächst eine Materialprobe und lassen den PAK-Gehalt im Labor bestimmen. Bestätigt sich der Befund, bauen wir den Kleber emissionsarm mit abgesaugten Maschinen unter Abschottung aus und entsorgen ihn sortenrein mit Nachweis.