In der dichten Essener Bebauung ist die größte Herausforderung einer Asbestsanierung selten der Asbest selbst, sondern die Abschottung im bewohnten oder genutzten Umfeld. In den Mehrfamilienhäusern entlang der Rüttenscheider Straße, in Holsterhausen oder Frohnhausen wird oft nur eine einzelne Wohnung saniert, während Nachbarn, Treppenhaus und Geschäfte im Erdgeschoss in Betrieb bleiben. Wir bauen den Schwarzbereich deshalb raumweise auf, dichten Wohnungstüren und Lüftungsschächte ab und halten den Arbeitsbereich über Unterdruckgeräte mit HEPA-Filterung dauerhaft unter Unterdruck, sodass keine Fasern ins Treppenhaus oder in angrenzende Einheiten gelangen. Die Schwarz-Weiß-Schleuse platzieren wir so, dass Personal- und Materialwege getrennt bleiben - in engen Altbau-Treppenhäusern ein wichtiger Planungspunkt.
Asbestsanierung in Essen heißt fast immer Sanierung im versteckten Bestand: Die Gründerzeit- und Jugendstilbauten in Rüttenscheid und im Südviertel waren bei Errichtung asbestfrei, doch Modernisierungen der 1960er- bis 1980er-Jahre haben asbesthaltige Fliesenkleber, Floor-Flex-Platten mit schwarzem Bitumenkleber, Fensterbänke und Spachtel- oder Putzschichten eingebracht. Solche festgebundenen wie schwachgebundenen Materialien lassen sich nicht durch Hinsehen erkennen - vor jedem Eingriff sichern wir daher Materialproben und sanieren erst nach Laborbefund. In den Zechen- und Werkssiedlungen rund um Zollverein in Katernberg, Stoppenberg und Altenessen sowie an freistehenden Häusern in Werden, Bredeney und Kettwig kommen dazu Welleternit-Dächer und Asbestzement-Fassadenplatten, die wir bruchfrei demontieren, staubdicht verpacken und als gefährlichen Abfall mit lückenlosem Entsorgungsnachweis entsorgen.
Als Großstadt mit Konzern- und Verwaltungssitzen hat Essen einen umfangreichen Bestand an Büro-, Schul- und Hallenbauten der 1960er- bis 1980er-Jahre, etwa entlang des Krupp-Gürtels und in der City. Für Eigentümer, Hausverwaltungen und Gewerbe planen wir die Asbestsanierung so, dass laufender Betrieb, Brandschutzabschnitte und Fluchtwege berücksichtigt sind - bei Bedarf in Nacht- oder Wochenendintervallen und in klar abgegrenzten Bauabschnitten. Vor Beginn umfangreicher Arbeiten zeigen wir die Sanierung objektbezogen bei der Bezirksregierung Düsseldorf an, die als Arbeitsschutzbehörde für Essen zuständig ist und hier mit einer Dienststelle vertreten ist. Nach Feinreinigung belegt die Freimessung der Raumluft nach VDI 3492 die faserfreie Wiedernutzung - die Grundlage für die Freigabe der Räume.
Häufige Fragen: Asbestsanierung in Essen
Bei welcher Behörde wird eine Asbestsanierung in Essen angezeigt?
Für anzeigepflichtige Asbestsanierungen in Essen ist die Bezirksregierung Düsseldorf als Arbeitsschutzbehörde zuständig, die in Essen über eine Dienststelle verfügt. Die objektbezogene Anzeige nach TRGS 519 muss vor Arbeitsbeginn erfolgen; wir übernehmen sie vollständig für Sie und reichen die erforderlichen Unterlagen rechtzeitig ein.
Können Sie in einem bewohnten Essener Mehrfamilienhaus sanieren, ohne dass alle Mieter ausziehen müssen?
In der Regel ja. Wir schotten den Arbeitsbereich mit Schwarz-Weiß-Schleuse und Unterdruckhaltung vollständig ab, sodass die übrigen Wohnungen, das Treppenhaus und Gewerbe im Erdgeschoss nutzbar bleiben. Gerade in den dichten Altbauquartieren wie Rüttenscheid oder Frohnhausen planen wir die Abschottung und die Material- und Personenwege im Vorfeld genau.
In meinem Essener Gründerzeithaus stehen Renovierungsarbeiten an - kann beim Bohren oder Stemmen Asbest freigesetzt werden?
Möglich ist es. Auch wenn der Originalbau asbestfrei war, wurden bei Modernisierungen vor 1993 häufig asbesthaltige Fliesenkleber, Bodenkleber, Spachtelmassen oder Fensterbänke eingebaut. Werden diese unkontrolliert gebohrt oder gestemmt, setzen sie Fasern frei. Wir klären den Bestand vorab per Materialprobe und sanieren betroffene Bauteile vor den Renovierungsarbeiten nach TRGS 519.