In Essen verteilt sich die KMF-Belastung deutlich nach Bautyp und Stadtteil. In den Gründerzeit- und Altbauquartieren wie Rüttenscheid, dem Moltkeviertel oder Holsterhausen wurde alte Glaswolle vor allem nachträglich eingebaut: in ausgebauten Dachgeschossen unter den Sparren, in abgehängten Zwischendecken und hinter Trockenbauverkleidungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Diese alten, noch nicht freizeichnungsfähigen Mineralfasern werden oft erst sichtbar, wenn ein Dachausbau, eine Kernsanierung oder der Austausch der Heizungsleitungen ansteht.
Die Nachkriegs- und Hochhausbestände im Essener Norden und Süden sowie in Stadtteilen wie Altenessen, Katernberg oder Steele bringen einen anderen Schwerpunkt mit: großflächige Dämmungen in Flachdachaufbauten, Installationsschächten, hinter Heizkörpernischen und in den technischen Etagen. Hier ist die KMF-Sanierung typischerweise Teil größerer Maßnahmen an Mehrfamilienhäusern und Wohnungsbeständen, bei denen Treppenhäuser und bewohnte Geschosse während der Absaugung sauber abgeschottet bleiben müssen.
Der Strukturwandel hat in Essen außerdem viele Gewerbe-, Büro- und Industrieflächen hinterlassen, etwa rund um die ehemaligen Zechenstandorte, im Westviertel oder entlang der Gewerbeachsen. Bei der Umnutzung dieser Hallen und Bürogebäude trifft man regelmäßig auf alte Mineralwolle in Brandschutzverkleidungen, Lüftungs- und Klimakanälen sowie in Trennwänden. Solche Bauteile prüfen wir vor dem Rückbau, kapseln staubende Bereiche ab und führen die Fasern als KMF-Abfall einer geordneten Entsorgung zu.
Häufige Fragen: KMF-Sanierung in Essen
Woran erkenne ich, ob die Dämmung in meinem Essener Altbau sanierungspflichtige KMF ist?
Maßgeblich ist das Einbaujahr: Glas- und Steinwolle, die vor 1996 in Essener Dachgeschossen, Zwischendecken oder Fassaden verbaut wurde, gilt in der Regel als alte, krebsverdächtige Mineralfaser. Jüngere Dämmstoffe tragen meist das RAL-Gütezeichen oder einen Freizeichnungsnachweis. Im Zweifel beurteilen wir das Material vor Ort und klären den Faserstatus, bevor gearbeitet wird.
Müssen die Bewohner während der KMF-Sanierung in einem Essener Mehrfamilienhaus ausziehen?
In den meisten Fällen nicht. Wir schotten den Arbeitsbereich, etwa eine einzelne Wohnung oder einen Installationsschacht, staubdicht ab und arbeiten mit Unterdruck und Absaugung, sodass angrenzende Wohnungen und das Treppenhaus nutzbar bleiben. Bei großflächigen Maßnahmen stimmen wir den Ablauf mit der Hausverwaltung ab.
Wer entsorgt die alte Mineralwolle nach der Sanierung in Essen?
Das übernehmen wir komplett. Die abgesaugte KMF wird staubdicht in zugelassenen Big Bags oder Folien verpackt und als Abfall mit eigenem Abfallschlüssel über zugelassene Entsorgungswege abgegeben. Sie erhalten die Entsorgungsnachweise für Ihre Unterlagen.