Der Sanierungsanlass in Gelsenkirchen ist meist nicht das einzelne Asbestdach, sondern der dichte, abschnittsweise sanierte Geschosswohnungsbau: In den Mietshauszeilen rund um Schalke, Bismarck und Bulmke-Hüllen liegen häufig mehrere asbesthaltige Schichten übereinander - eine Floor-Flex-Lage aus den 1960ern, darüber ein neuerer Belag, dazwischen schwarzer Bitumenkleber. Für eine vollständige Asbestsanierung schotten wir die betroffene Wohnung oder das Treppenhaus als Schwarzbereich ab, halten Unterdruck und entfernen alle faserhaltigen Lagen bis zum tragenden Estrich, statt nur die oberste Schicht abzunehmen. Weil viele dieser Häuser im laufenden Mietbetrieb stehen, koordinieren wir die Sanierung abschnittsweise und mit klarer Trennung zu bewohnten Nachbareinheiten.
In den denkmalgeschützten Werkssiedlungen - Flöz Dickebank in Ückendorf, Schüngelberg in Buer-Hassel und die Quartiere am Nordsternpark in Horst - geht es bei der Asbestsanierung selten um die historische Originalsubstanz, sondern um spätere Eingriffe: nachträglich verkleidete Fassaden mit Asbestzementplatten, ausgebaute Dachgeschosse mit asbesthaltigen Spachtelmassen und Dachpappen sowie Innenputze aus Modernisierungsphasen. Hier planen wir den Schwarzbereich so, dass die geschützte Bausubstanz geschont wird, und entfernen den Schadstoff gezielt und faserarm - in Abstimmung mit den Auflagen, die in solchen Siedlungen gelten.
Ein zweiter Schwerpunkt sind die Zweck- und Gewerbebauten Gelsenkirchens: Schul-, Verwaltungs- und Hallenbauten der 1960er- bis 1980er-Jahre, etwa entlang der Schalker Straße und in den Gewerbelagen der ehemaligen Zechenstandorte. Dort liegt Asbest oft schwach gebunden in Brandschutzverkleidungen, Lüftungskanälen und hinter abgehängten Decken - Bauteile, die eine vollständige Einhausung mit Personen- und Materialschleuse erfordern. Wir zeigen die anzeigepflichtigen Arbeiten bei der Bezirksregierung Münster an, sanieren unter den Schutzmaßnahmen der TRGS 519 und belegen die Wiedernutzung mit einer Freimessung der Raumluft nach VDI 3492.
Häufige Fragen: Asbestsanierung in Gelsenkirchen
Warum sind in Gelsenkirchener Zechensiedlungen oft mehrere Asbestschichten zu entfernen?
Viele Arbeiter- und Werkssiedlungen, etwa in Ückendorf, Schalke oder Horst, wurden seit den 1960ern abschnittsweise modernisiert. Dabei wurde nicht immer alles entfernt: Auf einer alten Floor-Flex-Lage liegt häufig ein neuerer Belag, dazwischen befindet sich asbesthaltiger Bitumenkleber. Eine fachgerechte Asbestsanierung legt den gesamten Aufbau bis zum Estrich frei und entfernt jede faserhaltige Schicht, nicht nur den obersten Belag.
Kann die Asbestsanierung in einer bewohnten Mietshauszeile in Gelsenkirchen erfolgen?
Ja. Im dicht bebauten Geschosswohnungsbau in Bismarck, Bulmke-Hüllen oder Erle richten wir den Schwarzbereich auf die betroffene Wohnung oder das Treppenhaus begrenzt ein und halten ihn durch Unterdruckhaltung und Schwarz-Weiß-Schleuse sauber von den bewohnten Nachbareinheiten getrennt. So lässt sich abschnittsweise sanieren, während die übrigen Wohnungen genutzt bleiben.
Was ist bei einer Asbestsanierung in den geschützten Siedlungen Flöz Dickebank oder Schüngelberg zu beachten?
In diesen denkmalgeschützten Siedlungen betrifft Asbest meist spätere Eingriffe - nachträgliche Asbestzement-Fassaden, ausgebaute Dachgeschosse oder Innenputze aus Modernisierungsphasen. Wir planen den faserarmen Rückbau so, dass die historische Substanz erhalten bleibt, und stimmen das Vorgehen mit den jeweiligen Denkmalauflagen ab. Welche Bauteile betroffen sind, klären wir vorab durch eine Materialanalyse.