Köln gehört zu den am stärksten kriegszerstörten Großstädten Deutschlands, und der Wiederaufbau der 1950er- bis 1970er-Jahre prägt bis heute Quartiere wie Neustadt-Nord, Neustadt-Süd, Deutz, Kalk und Mülheim. Gerade in dieser Bauphase wurden in Büro- und Wohngebäuden großflächig teerhaltige Parkettkleber unter Stabparkett und Holzpflaster sowie bitumen- bzw. teerhaltige Abdichtungen verbaut. Wird heute der alte Bodenaufbau entfernt, kommt der schwarze, charakteristisch riechende Kleber zum Vorschein – ein typischer PAK-Fund im Rheinland. Wir nehmen vor jeder Maßnahme eine Materialprobe und lassen den PAK-Gehalt, insbesondere den Leitparameter Benzo[a]pyren, im Labor bestimmen. Erst auf Basis dieses Befundes legen wir das Schutz- und Ausbaukonzept nach TRGS 524 und TRGS 551 fest. So vermeiden Sie, dass beim Abschleifen oder Aufstemmen krebserzeugende Stäube unkontrolliert in die Raumluft gelangen.
An den Ringen, in der City sowie in Ossendorf, Kalk und Porz stehen zahlreiche Nachkriegs-Hochhäuser und Gewerbeimmobilien, bei denen teerhaltige Dachpappen, Bitumenbahnen und Teerkork-Dämmungen verbaut wurden. Bei Umbau, Kernsanierung oder Rückbau solcher Objekte ist eine emissionsarme Bearbeitung entscheidend: Wir arbeiten mit abgesaugten Maschinen, schotten den Arbeitsbereich ab und führen kontaminierte Bereiche möglichst im Unterdruck. Die ausgebauten teer- und pechhaltigen Stoffe werden sortenrein erfasst und nach LAGA bzw. AVV entsorgt – mit lückenlosem Entsorgungsnachweis für Ihre Unterlagen. In Erhaltungsbeständen der Gründerzeit in Ehrenfeld, Nippes, Sülz und Lindenthal sind es dagegen oft Parkettkleber und einzelne Fugenmassen, die untersucht werden müssen. So unterscheidet sich die PAK-Problematik je nach Quartier deutlich, und wir passen das Vorgehen entsprechend an.
Wichtig für die Einordnung: Bei PAK greift nicht die TRGS 519 für Asbest, sondern der Rahmen aus GefStoffV, TRGS 524 (Tätigkeiten in kontaminierten Bereichen) und TRGS 551 (teer- und pechhaltige Stoffe). Eine Asbest-Anzeige bei der für Köln zuständigen Arbeitsschutzbehörde, der Bezirksregierung Köln, betrifft ausschließlich asbesthaltige Materialien – die in vielen Kölner Bauten der 1950er- bis 70er-Jahre zusätzlich vorkommen können. Finden sich beide Schadstoffgruppen in einem Objekt, koordinieren wir die Maßnahmen so, dass Sie eine durchgängige Abwicklung aus einer Hand erhalten. Asbesta hat seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Marl; nach Köln sind es über A43 und A1 rund 90 Kilometer beziehungsweise etwa eine Stunde und zehn Minuten Anfahrt. In den engen Innenstadtlagen, etwa in der Altstadt oder Neustadt, planen wir Logistik, Halteverbotszonen und Materialwege über Hinterhöfe frühzeitig mit ein. So bleibt die Sanierung trotz beengter Verhältnisse strukturiert, anwohnerverträglich und nachweissicher.
Häufige Fragen: PAK-Sanierung in Köln
Warum tauchen PAK-Funde in Kölner Bauten so häufig auf?
Köln wurde im Krieg stark zerstört und in den 1950er- bis 1970er-Jahren in großem Umfang wieder aufgebaut – etwa in Neustadt-Nord, Deutz, Kalk und Mülheim. In dieser Epoche wurden teerhaltige Parkettkleber, Dachpappen und Teerkork-Dämmungen verbaut, die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe aus Steinkohlenteer enthalten. Auch in erhaltenen Gründerzeitbeständen in Ehrenfeld, Nippes oder Sülz finden sich solche Kleber unter altem Parkett. Deshalb stoßen Eigentümer und Planer in Köln bei Bodensanierungen und Dacharbeiten regelmäßig auf den typischen schwarzen, teerartig riechenden Untergrund.
Ist PAK dasselbe wie Asbest und gilt dieselbe Behörde wie bei der TRGS 519?
Nein. PAK sind teerhaltige, krebserzeugende Verbindungen aus Steinkohlenteer und keine Fasern wie Asbest. Für PAK-Arbeiten gelten die GefStoffV sowie TRGS 524 und TRGS 551, nicht die TRGS 519. Die Anzeigepflicht bei der Bezirksregierung Köln nach TRGS 519 betrifft ausschließlich asbesthaltige Materialien. Treten in einem Kölner Objekt beide Schadstoffe auf, koordinieren wir die jeweils passenden Vorgaben und wickeln die Maßnahmen für Sie zusammen ab.
Wie läuft eine PAK-Sanierung in der engen Kölner Innenstadt praktisch ab?
Zuerst entnehmen wir eine Materialprobe und lassen den PAK-Gehalt mit dem Leitparameter Benzo[a]pyren im Labor bestimmen. Auf dieser Grundlage richten wir den Arbeitsbereich mit Abschottung und – wo nötig – Unterdruck ein und bauen die teerhaltigen Stoffe mit abgesaugten Maschinen emissionsarm aus. In beengten Lagen wie Altstadt oder Neustadt planen wir Halteverbotszonen, Hinterhof-Logistik und Materialwege vorab, um Anwohner und Betrieb wenig zu belasten. Die Abfälle entsorgen wir sortenrein nach LAGA und AVV mit lückenlosem Nachweis.