Wo in Bochum Schwarzkleber liegt, hängt eng mit der Industrie- und Bergbaugeschichte der Stadt zusammen. In den dichten Nachkriegs-Geschosswohnbauten der Innenstadt und in Wattenscheid wurden die Wohnungen seit den 1950er- bis 1970er-Jahren mehrfach überarbeitet, und mit jeder Belagerneuerung kam eine neue Klebeschicht hinzu. Reißt man dort heute einen alten PVC- oder Cushion-Vinyl-Boden heraus, liegt darunter oft eine festhaftende schwarze Bitumenschicht, nicht selten gleich mehrere Lagen aus verschiedenen Jahrzehnten übereinander. Genau diese Restschicht ist der kritische Punkt: Sie haftet zäh am Estrich und lässt sich nicht trocken abkratzen, ohne Staub zu erzeugen. Deshalb entnehmen wir vor jedem Abtrag eine Materialprobe und lassen im Labor klären, ob der Kleber asbesthaltig ist. Erst danach legen wir das Verfahren fest und arbeiten bei positivem Befund emissionsarm nach TRGS 519 statt mit Schleifmaschine und Stemmeisen.
Die alten Arbeiter- und Zechensiedlungen Bochums sind ein eigenes Kapitel. In der denkmalgeschützten Dahlhauser Heide – der "Kappeskolonie" in Hordel – sowie in den Siedlungszeilen von Werne, Langendreer und Linden wurden die kleinteiligen Häuser über Jahrzehnte mehrfach modernisiert, sodass alte Schwarzkleberschichten unter neueren Belägen verborgen liegen. In diesen oft schmalen Räumen mit niedrigen Decken planen wir den abgeschotteten Schwarzbereich passgenau für wenige Quadratmeter, ohne unnötigen Aufwand. Bei denkmalgeschützter Substanz achten wir darauf, nur die belastete Klebeschicht vom Estrich abzunehmen und erhaltenswerte Bauteile zu schonen. Ein anderes Bild zeigen die Gründerzeithäuser in Ehrenfeld und Wiemelhausen: Hier stammt der Schwarzkleber fast immer aus späteren Modernisierungen, etwa als unter den alten Dielen ein PVC- oder Floor-Flex-Boden samt Bitumenkleber verlegt wurde. Nach dem fachgerechten Abtrag ist der Estrich belegreif, sodass Ihr neuer Boden direkt darauf aufgebaut werden kann.
Bochum ist zwar eine kreisfreie Großstadt, gehört aber zum Regierungsbezirk Arnsberg – nicht zu Münster wie die nördlicheren Ruhrgebietsstädte. Die anzeigepflichtige Entfernung asbesthaltigen Bitumenklebers melden wir für Bochum deshalb vor Arbeitsbeginn objektbezogen bei der Bezirksregierung Arnsberg als zuständiger Arbeitsschutzbehörde an und erstellen den erforderlichen Arbeits- und Sicherheitsplan. Den abgeschotteten Schwarzbereich mit Schwarz-Weiß-Schleuse und Unterdruckhaltung über HEPA-gefilterte Geräte richten wir so ein, dass auch im bewohnten Zustand saniert werden kann: In einer einzelnen Wohnung der Geschosszeilen in Hamme, Grumme oder Wattenscheid bleibt der Rest des Hauses nutzbar, während wir raumweise den Kleber abtragen. Auch in den großen Hochschul- und Zweckbauten der 1960er- und 70er-Jahre rund um die Ruhr-Universität in Querenburg treffen wir auf zusammenhängende Bodenflächen mit identischem Aufbau, was eine wirtschaftliche Planung über mehrere Räume erlaubt. Den Abschluss bildet immer eine Freimessung der Raumluft nach VDI 3492, mit der wir die gefahrlose Wiedernutzung belegen. Sie erhalten eine vollständige Dokumentation aus Laborbefund, Entsorgungsnachweis und Freimessprotokoll – wichtig etwa bei Verkauf, Vermietung oder einer größeren Modernisierung im Bochumer Bestand.
Häufige Fragen: Bitumenkleber entfernen in Bochum
Warum liegt unter alten Bochumer Böden so oft mehr als eine Bitumenkleber-Schicht?
In den mehrfach modernisierten Mietshäusern und Zechensiedlungen Bochums – etwa in der Innenstadt, in Wattenscheid, Werne oder Hordel – wurde bei jeder Belagerneuerung häufig ein neuer Boden direkt auf den alten geklebt, statt den Untergrund freizulegen. Dadurch liegen heute nicht selten eine ältere Floor-Flex- oder Cushion-Vinyl-Lage, ein neuerer Belag und dazwischen der schwarze Bitumenkleber übereinander, von denen die unteren asbesthaltig sein können. Wir nehmen daher den gesamten Aufbau bis zum Estrich ab, nicht nur die oberste Schicht. Vorab klären wir per Materialprobe mit Laboranalyse, welche Lagen Asbest enthalten.
Können Sie den Bitumenkleber in meiner bewohnten Bochumer Wohnung entfernen, ohne dass ich ausziehen muss?
In der Regel ja. Den betroffenen Raum oder die einzelne Wohnung schotten wir als Schwarzbereich mit Schwarz-Weiß-Schleuse ab und setzen ihn unter Unterdruck - der übrige Wohnbereich und die Nachbareinheiten bleiben nutzbar. So lässt sich auch im dichten Geschosswohnungsbau in Hamme, Grumme, Langendreer oder Wattenscheid abschnittsweise arbeiten. Der Kleber wird im emissionsarmen Verfahren BT 13 ohne trockenes Schleifen oder Stemmen abgenommen. Nach dem Abtrag und einer Freimessung der Raumluft nach VDI 3492 geben wir den Bereich wieder frei – er ist dann belegreif für den neuen Boden.
Bei welcher Behörde wird die Entfernung von asbesthaltigem Bitumenkleber in Bochum angezeigt?
Bochum ist zwar kreisfrei, gehört aber zum Regierungsbezirk Arnsberg. Deshalb melden wir die anzeigepflichtigen Arbeiten nach TRGS 519 vor Beginn objektbezogen bei der Bezirksregierung Arnsberg an – und nicht bei der Bezirksregierung Münster, die für die nördlicheren Ruhrgebietsstädte zuständig ist. Die Anzeige samt Arbeits- und Sicherheitsplan geht dabei komplett über unseren Tisch. Ob überhaupt Asbest enthalten ist und damit die Anzeigepflicht greift, klären wir vorab durch eine Materialprobe mit Laborbefund; nach Abschluss erhalten Sie die Dokumentation mit Entsorgungsnachweis und Freimessprotokoll.