In der dichten Bochumer Nachkriegsbebauung ist die eigentliche Herausforderung einer Asbestsanierung selten der Asbest selbst, sondern die saubere Abschottung im bewohnten Umfeld. In den Geschosswohnbauten der Wiederaufbaujahre rund um die Innenstadt sowie in den verdichteten Mietshauszeilen von Wattenscheid wird häufig nur eine einzelne Wohnung saniert, während Treppenhaus, Nachbarn und Erdgeschoss-Gewerbe in Betrieb bleiben. Typisch sind hier asbesthaltige Floor-Flex-Bodenplatten mit schwarzem Bitumenkleber, Spachtelmassen, Fensterbänke und Brandschutzverkleidungen in Treppenhäusern und Versorgungsschächten. Wir bauen den Schwarzbereich deshalb raum- oder etagenweise auf, dichten Wohnungstüren und Lüftungsschächte ab und halten den Arbeitsbereich über Unterdruckgeräte mit HEPA-Filterung dauerhaft unter Unterdruck. So gelangen keine Fasern ins Treppenhaus oder in angrenzende Einheiten, und die übrigen Wohnungen bleiben während der Sanierung nutzbar.
Bochums Industrie- und Bergbaugeschichte hinterlässt einen eigenen Sanierungsschwerpunkt. Im Umfeld des früheren Bochumer Vereins, der Zeche Hannover in Hordel und im gewerblichen Bestand fallen bei Umnutzung oder Rückbau alter Werks-, Hallen- und Verwaltungsgebäude oft große, technisch anspruchsvolle Asbestmengen an: Brandschutzbeschichtungen auf Stahlträgern, Rohr- und Anlagenisolierungen sowie großflächige Welleternit-Eindeckungen. Auch die Hochschul- und Zweckbauten der 1960er- und 1970er-Jahre rund um die Ruhr-Universität in Querenburg gehören dazu, wo schwach gebundener Asbest hinter abgehängten Decken, in Lüftungskanälen und in Brandschutzplatten steckt. Solche Objekte erfordern eine objektbezogene Anzeige bei der Bezirksregierung Arnsberg, einen detaillierten Arbeits- und Sicherheitsplan und meist eine abschnittsweise Sanierung im Schwarzbereich, bevor der eigentliche Umbau oder Abbruch beginnen kann. Wir koordinieren Anzeige, Sanierung und Entsorgung als gefährlichen Abfall mit lückenlosem Nachweis aus einer Hand.
In den werks- und genossenschaftlich geprägten Siedlungen Bochums geht es bei der Asbestsanierung dagegen oft um klar abgrenzbare Bauteile und ältere Modernisierungen. In den Arbeiter- und Zechensiedlungen wie der denkmalgeschützten Dahlhauser Heide in Hordel betrifft Asbest meist nicht die historische Originalsubstanz, sondern spätere Eingriffe: nachträglich verkleidete Fassaden mit Asbestzementplatten, ein einzelnes Welleternit-Dach auf Schuppen oder Garage sowie Fensterbänke und Spachtelmassen aus Modernisierungsphasen. In den Gründerzeitquartieren von Ehrenfeld und Wiemelhausen war der Originalbau asbestfrei, doch Renovierungen der 1960er- bis 1980er-Jahre brachten asbesthaltige Fliesenkleber, Bodenkleber und Putzschichten ein. Da sich diese Materialien nicht durch bloßes Hinsehen erkennen lassen, sichern wir vor jedem Eingriff Materialproben und sanieren erst nach Laborbefund. Je nach Faserfreisetzungspotenzial entscheiden wir dann zwischen örtlich begrenzten emissionsarmen Verfahren und der vollständigen Einhausung - und belegen die faserfreie Wiedernutzung nach Feinreinigung stets mit der Freimessung nach VDI 3492.
Häufige Fragen: Asbestsanierung in Bochum
Bei welcher Behörde wird eine Asbestsanierung in Bochum angezeigt?
Bochum ist kreisfrei und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg, deshalb läuft die objektbezogene Anzeige umfangreicher Asbestsanierungen nach TRGS 519 über die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Arbeitsschutzbehörde - nicht über Münster wie an unserem Sitz in Marl. Die Anzeige muss vor Arbeitsbeginn erfolgen; wir übernehmen sie vollständig für Sie und reichen den erforderlichen Arbeits- und Sicherheitsplan fristgerecht ein.
Können Sie in einem bewohnten Bochumer Mehrfamilienhaus sanieren, ohne dass alle Mieter ausziehen müssen?
In der Regel ja. Gerade in den dichten Nachkriegszeilen der Innenstadt und in Wattenscheid schotten wir den Arbeitsbereich mit Schwarz-Weiß-Schleuse und Unterdruckhaltung vollständig ab und sanieren raum- oder wohnungsweise. So bleiben die übrigen Wohnungen, das Treppenhaus und Gewerbe im Erdgeschoss nutzbar. Erst nach Feinreinigung und bestandener Freimessung nach VDI 3492 geben wir die Einheit wieder frei.
Wir wollen eine alte Industriehalle im Bochumer Bergbaubestand umnutzen - muss vorher saniert werden?
In der Regel ja. Bei Werks- und Hallenbauten im Umfeld des Bochumer Vereins oder der Zeche Hannover in Hordel sind vor Umbau oder Abbruch häufig Brandschutzbeschichtungen auf Stahlträgern, Rohr- und Anlagenisolierungen sowie großflächige Welleternit-Eindeckungen zu entfernen. Wir erkunden die Bauteile vorab per Materialprobe, zeigen die Arbeiten bei der Bezirksregierung Arnsberg an und sanieren abschnittsweise im Schwarzbereich nach TRGS 519, sodass der anschließende Umbau ohne Schadstoffrisiko starten kann.