KMF ist kein Asbest, aber alte Mineralwolle mit lungengängigen Faserdurchmessern unter 6 Mikrometern und ungünstigem Kanzerogenitätsindex (KI < 40) gilt als krebsverdächtig und ist beim Ausbau wie ein Gefahrstoff nach TRGS 521 zu behandeln. In Bochum begegnet uns dieses Material vor allem dort, wo nach dem Krieg und im Wirtschaftswunder schnell und großflächig gebaut wurde: in den dichten Geschosswohnbauten der Innenstadt und in Wattenscheid wurden oberste Geschossdecken, Dachschrägen und abgehängte Decken reihenweise mit Glas- und Steinwolle gedämmt. Wer heute in Hamme, Grumme oder Weitmar ein Dachgeschoss ausbaut, die Heizung modernisiert oder Vorsatzschalen öffnet, legt diese alte Dämmung frei. Anders als beim Originalbau reißt man sie dabei oft beiläufig auf - genau dann werden große Mengen Fasern frei. Wir bauen die Dämmung stattdessen abgeschottet, unter Absaugung mit Entstaubern der Staubklasse H und möglichst zusammenhängend aus.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt in den großen Hochschul- und Zweckbauten der 1960er- und 1970er-Jahre rund um die Ruhr-Universität in Querenburg sowie in den Schul-, Verwaltungs- und Gewerbebauten dieser Jahrzehnte. Dort wurde Mineralwolle massiv als Schall- und Brandschutzdämmung über abgehängten Decken, in Installationsschächten, hinter Trockenbauwänden und rund um alte Heizungs- und Lüftungsleitungen verbaut. Bei Entkernung, Deckenrückbau oder einem Leitungstausch wird sie freigelegt und muss kontrolliert entnommen werden, damit sich die Fasern nicht über Lüftung und Treppenhäuser im ganzen Gebäude verteilen. Auch in der Schwerindustrie- und Bergbausubstanz - etwa in Werkstatt-, Sozial- und Technikgebäuden rund um die ehemalige Zeche Hannover in Hordel oder im Umfeld des Bochumer Vereins - finden sich Kanal- und Rohrdämmungen aus alter Mineralwolle. Hier richten wir Schwarz-Weiß-Bereiche ein, halten Unterdruck und arbeiten so, dass ein laufender Betrieb möglichst ungestört bleibt.
Wichtig für die Einordnung: Bochum ist kreisfrei, gehört aber zum Regierungsbezirk Arnsberg - die Asbest-Anzeige nach TRGS 519 läuft hier über die Bezirksregierung Arnsberg und nicht über Münster. Für reine KMF-Arbeiten greift zwar TRGS 521 statt der Anzeigepflicht für Asbest, doch in Altbauten treffen beide Stoffe oft zusammen, etwa wenn unter alter Mineralwolle noch asbesthaltige Pappen, Kleber oder Putze liegen. Deshalb prüfen wir vor jedem Ausbau, ob neben der KMF auch Asbest im Spiel ist, und kümmern uns im Bedarfsfall um die korrekte Anzeige bei der zuständigen Stelle in Arnsberg. Besondere Sorgfalt gilt den denkmalgeschützten Arbeiter- und Zechensiedlungen wie der Dahlhauser Heide in Hordel und der Gründerzeitsubstanz in Ehrenfeld und Wiemelhausen, wo wir behutsam und substanzschonend entnehmen. Da unser Firmensitz in Marl liegt - rund 25 km und etwa 30 Minuten über die A43 -, sind wir für Ortstermine in allen Bochumer Stadtteilen von Linden und Dahlhausen bis Langendreer und Werne kurzfristig erreichbar.
Häufige Fragen: KMF-Sanierung in Bochum
Woran erkenne ich, ob die Dämmung in meinem Bochumer Haus sanierungspflichtige alte KMF ist?
Entscheidend ist das Einbaujahr: Glas- und Steinwolle, die in Bochumer Nachkriegs- und Hochschulbauten vor 2000 und ohne RAL-Gütezeichen verbaut wurde, gilt als alte Mineralwolle mit ungünstigem Kanzerogenitätsindex (KI < 40) und ist nach TRGS 521 wie krebsverdächtiges Material zu behandeln. In den Geschosswohnbauten der Innenstadt und in Wattenscheid sowie in den 1960er-/70er-Bauten rund um die Ruhr-Universität ist das häufig der Fall. Wir prüfen Material und Einbaujahr bei der Besichtigung vor Ort und ordnen die Dämmung zuverlässig ein.
Brauche ich für die KMF-Sanierung in Bochum eine Anzeige bei der Bezirksregierung Arnsberg?
Für reine KMF-Arbeiten gilt TRGS 521, hier ist keine Asbest-Anzeige erforderlich. Wichtig ist aber: Bochum gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg, sodass eine etwaige Asbest-Anzeige nach TRGS 519 über die Bezirksregierung Arnsberg läuft - nicht über Münster. In Altbauten liegen unter alter Mineralwolle oft noch asbesthaltige Pappen, Kleber oder Putze. Wir prüfen das vorab und übernehmen im Bedarfsfall die korrekte Anzeige bei der zuständigen Stelle in Arnsberg.
Wir bauen unser Dachgeschoss in Weitmar oder Linden aus - muss die alte Dämmung fachgerecht entfernt werden?
Wenn die vorhandene Glas- oder Steinwolle vor 2000 eingebaut wurde, ja. Beim Herausreißen aus den Dachschrägen und der obersten Geschossdecke werden große Mengen lungengängiger Fasern frei. Wir schotten den Bereich ab, saugen mit Entstaubern der Staubklasse H ab, entnehmen die Dämmung möglichst zusammenhängend und entsorgen sie sortenrein mit Entsorgungsnachweis - danach können Sie den Ausbau mit neuer, unbedenklicher Dämmung sauber aufbauen.