Castrop-Rauxel ist eine klassische Bergbaustadt, deren Gebäudebestand von den ehemaligen Zechen Erin, Victor und Ickern geprägt ist - und genau diese Geschichte bestimmt die typische Asbestsanierung vor Ort. In den zahlreichen Zechen- und Arbeitersiedlungen, etwa in Schwerin, Habinghorst und Ickern, werden die kleinteiligen Backstein-Reihen- und Doppelhäuser heute meist im Bestand modernisiert oder kernsaniert. Dabei geht es selten um die historische Originalsubstanz, sondern um spätere Eingriffe: nachträglich verkleidete Fassaden mit Asbestzementplatten, alte Fußbodenaufbauten mit Floor-Flex-Platten und schwarzem Bitumenkleber, Asbestpappe hinter Heizkörpern sowie Spachtelmassen aus Modernisierungsphasen bis 1993. Weil diese Häuser oft schmale Treppenhäuser und niedrige Decken haben, schotten wir den Schwarzbereich mit Personenschleuse und Unterdruckhaltung raum- oder etagenweise ab. Erst nach Feinreinigung und erfolgreicher Freimessung nach VDI 3492 geben wir den Bereich wieder zur Nutzung frei. Da Castrop-Rauxel zum Kreis Recklinghausen und damit zum Regierungsbezirk Münster gehört, läuft die objektbezogene Anzeige nach TRGS 519 über die Bezirksregierung Münster als zuständige Arbeitsschutzbehörde.
Einen zweiten Schwerpunkt bildet der dichte Geschoss- und Reihenhaus-Nachkriegsbestand der 1950er- bis 1980er-Jahre, der weite Teile von Castrop-Mitte, Rauxel und Behringhausen prägt. In diesen Wohnzeilen sitzt Asbest häufig in gemeinschaftlich genutzten Bereichen - in den Bodenbelägen von Treppenhäusern und Kellern, in Brandschutzverkleidungen sowie in Lüftungs- und Schachtbekleidungen. Solche Sanierungen koordinieren wir abschnittsweise und im bewohnten Zustand, sodass Mieterinnen und Mieter während der staubdichten Demontage in ihren Wohnungen bleiben können. Den betroffenen Strang oder das Treppenhaus richten wir als abgeschotteten Schwarzbereich mit Unterdruckgeräten und HEPA-Filterung ein, dichten Wohnungstüren und Schächte ab und verhindern so, dass Fasern in angrenzende Einheiten gelangen. In den Gartenstadt-Anteilen der Stadt war der Originalbau oft asbestfrei, doch Renovierungen der 1960er- bis 1980er-Jahre brachten asbesthaltige Fliesen- und Bodenkleber sowie Putzschichten ein. Da sich diese Stoffe nicht durch bloßes Hinsehen erkennen lassen, sichern wir vor jedem Eingriff Materialproben und sanieren erst nach Laborbefund unter den Schutzmaßnahmen der TRGS 519.
Ein dritter Bereich sind die Zweck-, Gewerbe- und Hallenbauten sowie die älteren Kolonien rund um die ehemaligen Zechenstandorte und das Schiffshebewerk Henrichenburg. In Bladenhorst, Obercastrop, Merklinde, Frohlinde, Dingen und Henrichenburg treffen wir auf großflächige Asbestzement-Wellplattendächer von Scheunen, Werkstätten und Nebengebäuden ebenso wie auf schwach gebundenen Asbest in Schul-, Verwaltungs- und Industriebauten. Bei intaktem, gut zugänglichem Asbestzement-Dach ermöglicht der festgebundene Charakter ein emissionsarmes Verfahren mit zerstörungsfreier Demontage; sobald Material jedoch verwittert, gebrochen oder schwach gebunden hinter abgehängten Decken und an Stahlträgern verbaut ist, greifen die strengeren Vorgaben der TRGS 519 mit vollständiger Einhausung, Personen- und Materialschleuse. Diese anzeigepflichtigen Arbeiten melden wir vor Beginn bei der Bezirksregierung Münster an und belegen die Wiedernutzung mit einer Freimessung der Raumluft. Von Marl aus bündeln wir Probenahme, Anzeige, abgeschottete Sanierung und Entsorgungsnachweis zu einem planbaren Ablauf - für Eigentümer, Hausverwaltungen, Gewerbebetriebe und öffentliche Träger in ganz Castrop-Rauxel, bei Schulen und Verwaltungsgebäuden gern abschnittsweise in den Ferienzeiten.
Häufige Fragen: Asbestsanierung in Castrop-Rauxel
Bei welcher Behörde wird eine Asbestsanierung in Castrop-Rauxel angezeigt?
Castrop-Rauxel gehört zum Kreis Recklinghausen und damit zum Regierungsbezirk Münster. Für umfangreiche, anzeigepflichtige Asbestarbeiten nach TRGS 519 ist daher die Bezirksregierung Münster die zuständige Arbeitsschutzbehörde. Die objektbezogene Anzeige reichen wir fristgerecht vor Arbeitsbeginn ein, samt Arbeits- und Sicherheitsplan für Ihr Castrop-Rauxeler Objekt. Am Ende erhalten Sie die lückenlose Dokumentation mit Entsorgungsnachweis und Freimessprotokoll.
Können Sie in den Castrop-Rauxeler Zechensiedlungen sanieren, ohne dass die Nachbarn ausziehen müssen?
Ja. In den Reihen- und Doppelhauszeilen der Kolonien in Schwerin, Habinghorst und Ickern schotten wir den betroffenen Bereich staubdicht als Schwarzbereich ab und arbeiten mit Unterdruckhaltung und Personenschleuse. Dadurch lässt sich eine einzelne Wohneinheit oder ein Treppenhaus sanieren, während die angrenzenden Häuser bewohnt bleiben. Die abschließende Freimessung nach VDI 3492 belegt, dass der Bereich wieder gefahrlos nutzbar ist. Den Ablauf stimmen wir vorab mit Eigentümern oder Hausverwaltung ab.
Wie schnell sind Sie von Marl aus für eine Begehung in Castrop-Rauxel vor Ort?
Schnell - Castrop-Rauxel liegt nur rund 18 Kilometer von unserem Firmensitz am Venusweg in Marl entfernt, das sind etwa 25 Minuten Fahrt. Dadurch sind kurzfristige Vor-Ort-Termine, Materialproben im Verdachtsfall und die Einrichtung eines Schwarzbereichs auch in bewohnten Objekten in Castrop-Mitte, Rauxel, Ickern oder Henrichenburg unkompliziert planbar. Bei der Begehung legen wir den genauen Sanierungsumfang fest und erstellen Ihnen ein konkretes Angebot.