Anders als asbesthaltige Wellplatten oder Floor-Flex-Boden sitzt alte Mineralwolle in Castrop-Rauxel selten sichtbar, sondern verborgen im Dämmaufbau - und genau das macht sie beim Umbau zum Thema. Die Stadt ist eine klassische Bergbaustadt mit den Zechen Erin, Victor und Ickern und zahlreichen Zechen- und Arbeitersiedlungen, etwa in Schwerin, Habinghorst und Ickern. Viele dieser ein- bis zweigeschossigen Siedlungshäuser wurden erst in den 1970er- und 1980er-Jahren erstmals gedämmt: Beim nachträglichen Dachausbau wanderten Glas- und Steinwolle-Matten zwischen die Sparren, hinter Kniestock-Verkleidungen und in die oberste Geschossdecke. Wer ein solches Dach heute energetisch erneuert, das Dachgeschoss zu Wohnraum ausbaut oder die alte Dämmung entfernt, legt fast immer Mineralwolle vor 2000 frei - fasernde, oft gelbliche oder bräunliche Dämmung ohne RAL-Gütezeichen. Diese stufen wir vor dem Eingriff ein und entnehmen sie anschließend abschnittsweise und staubgebunden.
Einen zweiten Schwerpunkt bildet der dichte Geschoss- und Reihenhaus-Nachkriegsbestand sowie die größeren Zweckbauten der Wirtschaftswunderjahre. In Castrop-Mitte, Rauxel und den verdichteten Quartieren rund um Habinghorst und Obercastrop wurde KMF systematisch in abgehängten Zwischendecken, in Installationsschächten, hinter Heizkörpernischen, in Trockenbau-Vorsatzschalen sowie als Rohr- und Lüftungskanaldämmung verbaut. Auch in Schul-, Verwaltungs- und Vereinsbauten dieser Epoche steckt alte Mineralwolle als Schall- und Brandschutzdämmung über abgehängten Decken. Bei Entkernung, Deckenrückbau, Heizungstausch oder Brandschutzertüchtigung wird diese Dämmung großflächig freigelegt - hier richten wir den Arbeitsbereich nach Faserfreisetzung ein, saugen mit Entstaubern der Staubklasse H direkt am Entstehungsort ab und schotten angrenzende, weiter genutzte Bereiche ab. So bleibt der laufende Betrieb in Nachbartrakten unbelastet, und die Fasern verteilen sich nicht über das ganze Gebäude.
Da unser Firmensitz in Marl liegt - rund 18 km und etwa 25 Minuten von Castrop-Rauxel entfernt -, sind wir für Ortstermine in allen Stadtteilen kurzfristig vor Ort, von Henrichenburg mit dem Schiffshebewerk über Frohlinde und Merklinde bis Bladenhorst und Dingen. Wir nehmen die Dämmung vor Ort in Augenschein, klären die Einstufung als alte oder neuere Mineralwolle, planen Schwarz-Weiß-Bereiche und stimmen die Arbeiten auf bewohnte Reihen- und Mehrfamilienhäuser im dichten Siedlungsbestand ab. Die ausgebaute KMF verpacken wir staubdicht und sortenrein und entsorgen sie über zugelassene Annahmestellen in der Region Recklinghausen - inklusive Entsorgungsnachweis. Taucht beim Rückbau eines Hauses aus der Zeit bis 1993 neben der Mineralwolle auch Asbest auf, koordinieren wir die Asbestarbeiten nach TRGS 519 aus einer Hand und zeigen anzeigepflichtige Asbestsanierungen bei der zuständigen Bezirksregierung Münster an - Castrop-Rauxel gehört zum Kreis Recklinghausen und damit zum Regierungsbezirk Münster.
Häufige Fragen: KMF-Sanierung in Castrop-Rauxel
Wo finde ich in einem Castrop-Rauxeler Zechen- oder Siedlungshaus alte KMF-Dämmung?
Vor allem in nachträglich ausgebauten Dachgeschossen - zwischen den Sparren, hinter Kniestock- und Trockenbauverkleidungen sowie in der obersten Geschossdecke. In den Bergarbeitersiedlungen rund um Schwerin, Habinghorst und Ickern wurde diese Glas- und Steinwolle meist in den 1970er- und 1980er-Jahren eingebracht. Stammt sie aus der Zeit vor 2000 und trägt kein RAL-Gütezeichen, gilt sie als alte Mineralwolle und ist nach TRGS 521 wie krebsverdächtiges Material zu behandeln. Wir prüfen das vor Ort und ordnen die Dämmung zuverlässig ein.
Ist die alte Mineralwolle in unserem Haus in Castrop-Rauxel dasselbe wie Asbest?
Nein. Künstliche Mineralfasern wie alte Glas- und Steinwolle sind kein Asbest, gelten aber als krebsverdächtig, wenn sie vor 2000 hergestellt wurden. Beim Herausreißen werden große Mengen lungengängiger Fasern frei, deshalb ist ein staubarmer Ausbau nach TRGS 521 nötig. Taucht beim Rückbau eines älteren Castrop-Rauxeler Hauses zusätzlich Asbest auf, übernehmen wir auch das nach TRGS 519 - mit getrennter, sortenreiner Verpackung und einer Anzeige bei der Bezirksregierung Münster, sofern die Asbestarbeiten anzeigepflichtig sind.
Können wir während der KMF-Sanierung in unserem Haus in Castrop-Rauxel wohnen bleiben?
Bei kleineren Bauteilen, etwa einer einzelnen Zwischendecke oder Trockenbauwand, ist das oft möglich, da wir den Arbeitsbereich staubdicht abschotten und mit Entstaubern der Staubklasse H direkt am Entstehungsort absaugen. Bei großflächigen Dacharbeiten in bewohnten Reihen- und Mehrfamilienhäusern, etwa in Castrop-Mitte oder Habinghorst, stimmen wir den Ablauf vorab mit Ihnen ab. Den genauen Umfang und die nötige Abschottung klären wir bei der Besichtigung vor Ort.